Der Politflüsterer

Bei Fuß, Benito!

Ein gesegneter Hund. Politische Sackgassen. Ein Feiertag zu viel. Und die Frage, was man unbedingt auf Vorrat haben sollte. Des Politflüsterers Woche im Rückblick.

Sackgasse Populismus: Wenden, solange es noch geht!

Sackgasse Populismus: Wenden, solange es noch geht! Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Hunde gefallen dem Politflüsterer. Vor allem, wenn sie lustige Namen haben. Der Hund von Marc Spautz heißt zum Beispiel Benito. Da denkt man natürlich gleich an den italienischen Oberfascho. Dabei bedeutet der Name dem Ursprung nach: der Gesegnete. Na, Halleluja.

Obwohl: Hat doch was, den Hund nach einem Schurken zu benennen und ihn so zu verulken. Bei Fuß … Der Politflüsterer überlässt es seinen Lesern, sich einen Namen auszudenken. Könnte auch irgendein lebender Rechtspopulist sein oder eine extrem rechtspopulistische Partei. Bei Fuß, AfD! Aber Vorsicht, nicht, dass der Hund das noch als Beleidigung empfindet.

Vielleicht lassen wir die Hunde deshalb lieber in Ruhe und benennen eine Straße. Wie wäre es mit einer „rue ADR“? Muss natürlich eine Sackgasse sein. Eine Straße, die genau überwacht wird. Damit man jedem, der orientierungslos hineinfährt und sich wundert, dass es nicht weitergeht, sagen kann: Ja, hast du denn die Hinweisschilder nicht gesehen? Vorsicht, Populismus! Wenden, solange es noch geht!

Und für alle, die grundsätzlich Schwierigkeiten mit der Orientierung haben, stellen wir am Eingang noch ein Schild auf: Sie befinden sich in Luxemburg. Luxemburg gehört nicht zu Deutschland.

Apropos Überwachung. Das mögen die Rechtspopulisten überhaupt nicht, wenn sie selbst oder ihre tumben Ideen ins Visier geraten. Aber keine Chance: Ihr seid unter Beobachtung, ihr und all eure Satelliten-Megafone. Wobei der gesunde Menschenverstand deshalb noch lange nicht über jedes Stöckchen springen muss, das ihr auswerft. Der Politflüsterer jedenfalls behält euch im Auge. Das Stöckchen dürft ihr selbst wieder einsammeln.

Und nein, das Land braucht nicht noch einen Feiertag und schon gar nicht die „Journée de la commémoration“. Der Politflüsterer hat nichts gegen das Erinnern. Im Gegenteil. Nur wächst das Geschichtsbewusstsein nicht automatisch mit der Zahl der freien Tage.

Es geht schließlich darum, die Gespenster von damals nicht mit in die Zukunft zu nehmen. Dafür gibt es mit dem Europatag bereits einen passenden Feiertag. Der erinnert auch daran, was die Europäer aus ihrer Geschichte gelernt haben. Oder gelernt haben sollten. Bevor wir den Kalender weiter ausbauen, könnten wir daran noch ein wenig arbeiten.

Und ob es nach dem „Guide du futur étudiant“ nun einen „Guide du futur survivant“ braucht, wagt der Politflüsterer zu bezweifeln. Er hat jedenfalls auch ohne Guide stets für 72 Stunden Hoffnung im Haus. In diesem Sinne. (Marco Goetz)

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