Deutscher Buchpreis 2025
„ë“ von Jehona Kijac, oder: Schreiben gegen das Schweigen
Jehona Kijac schreibt mit „ë“ gegen Traumata, Vorurteile und die Ignoranz gegenüber dem Kosovo-Krieg an und liefert überzeugende semantische Reflexionen. Sie schreibt gegen das Verstummen. Der Roman steht zu Recht auf der diesjährigen Shortlist für den Deutschen Buchpreis, der heute Abend vergeben wird.
Diese Bücher sind für den Deutschen Buchpreis 2025 nominiert – in der Mitte: „ë“ von Jehona Kijac Foto: Christof Jakob
Ein Zitat von Elias Canetti ist ihrem Roman vorangestellt. Es ist als Leitmotiv zu verstehen: „In diesen Zerrissenheiten bin ich ganz. Ohne sie wäre ich verstümmelt.“ Die Autorin Jehona Kijac ist 1991 im Kosovo geboren und in Göttingen aufgewachsen. Ihre Geburtsstadt steht serbisch in ihrem deutschen Pass: Suva Reka statt Suharekë. Der Titel ihres Romans, der Buchstabe „ë“, steht symbolisch für die Unterdrückung der albanischen Sprache.