Campus Baggerweier Remerschen
Zwischen Kinderfragen und Millionenprojekt: Schengen plant Großcampus
Wieso, weshalb, warum? Einmal mehr war der Campus Baggerweier am Mittwoch zentrales Thema im Rathaus der Gemeinde Schengen in Remerschen. Interessiert waren Erwachsene – und Kinder.
Sie sind ganz besonders am Projekt der „Schoul Pimpampel“ interessiert Foto: Charel Zahles
Bereits am Nachmittag tagte der Kindergemeinderat: Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Grundschulen der Gemeinde Schengen hörten Bürgermeister Michel Gloden aufmerksam zu. Immerhin ging es um ein Gebäude, in dem vielleicht sie selbst oder ihre jüngeren Geschwister eines Tages zur Schule gehen, Sport treiben oder Freizeit verbringen werden.
Fragen hatten die Kinder viele, etwa, ob es in der Schule auch einen Bestrafungsraum geben werde. Hätten sie nach einer Kellerbar gefragt, Gloden wäre wohl weniger erstaunt gewesen.
Am Abend hieß das Format dann „Meet, Discover, Discuss“. Gloden führte mit seinen Schöffen durch ein Vorhaben, das in der Gemeinde seit Monaten, wenn nicht seit Jahren, Thema ist.
Genaue Planung
Voraussichtlich kostet das Projekt 122 Millionen Euro, mindestens 38,6 Millionen Euro sollen als Subventionen fließen. Interessant waren die Hinweise des zuständigen Planungsbüros: In der Summe seien Preissteigerungen von rund zwei Prozent pro Jahr sowie Reserven für Unvorhergesehenes bereits eingerechnet. Zudem habe man bei der Planung Optionen geprüft, die bei gleicher Qualität weniger kosten oder weniger störanfällig sind, etwa bei der Heizung, wo man sich nun für Wärmepumpen statt für eine Seewasserlösung entschieden habe.
Der Campus bündelt Grundschule und „Maison relais“ unter einem Dach und setzt auf ein pädagogisches Raumkonzept. Geplant ist außerdem ein Sportsaal für Schul- und Vereinssport. Hinzu kommt eine Feuerwache.
Gestalterisch soll der Campus sich einfügen: viel Holz, ein begrüntes Dach, naturnahe Gestaltung und thematisch gegliederte Außenbereiche, mit Schulgarten und Außensportplatz. Das Gelände ist als autofreie Zone geplant, mit Fuß- und Radwegen, direkter Radverbindung zum Ortskern, einer vorgesehenen Busstation und neu geordneten Parkflächen am Rand. Den gezeigten Bildern zufolge wirkt das Ensemble trotz Größe wohnlich, ein Ort, an dem sich alle wohlfühlen könnten. Und auch der Name klingt nach Programm: „Schoul Pimpampel“.
„Wenn wir alle früheren Schulgebäude der Gemeinde so hätten ausrüsten wollen, wäre das wesentlich teurer geworden. Und statt eines gemeinsamen Ortes hätten wir weiter mit einer Aufsplitterung leben müssen. Nun können sich alle Kinder der Gemeinde am selben Ort treffen“, sagte der Bürgermeister.
Keine Gegenstimmen
Ende Januar wurde das Projekt im Gemeinderat ohne Gegenstimme endgültig abgesegnet. Auch am Präsentationsabend blieb die Stimmung ruhig. Offene Kritik wurde nicht geäußert, wohl aber Fragen gestellt, teils kritisch gedacht, insgesamt konstruktiv: Wie wird das im Alltag funktionieren? Wie organisiert man Übergänge, Wege, Abläufe? Nicht alles lasse sich heute schon beantworten, sagte Gloden, etwa die genauen Schulzeiten.
Nach dem offiziellen Teil gab es beim „Patt“ Gelegenheit zum Gespräch mit der Gemeindepolitik. Am Ende blieb vor allem dieser Eindruck: Erst fragten die Kinder, dann die Erwachsenen und über allem schwebte die Idee, dass aus diesen seit langem gehegten Plänen irgendwann Alltag wird.
Ab Oktober rollen die Bagger. Die Eröffnung ist für September 2030 vorgesehen. Geplant ist Platz für rund 680 Kinder.

... und Erwachsene ebenso! Foto: Charel Zahles