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Zwischen Freiheit und Risiko: Interview zum geplanten Social-Media-Verbot für Jugendliche
Montage: Editpress-Grafik
Ab welchem Alter soll man Social Media benutzen dürfen?
ZHK: Also ich finde es eigentlich ziemlich gut, Social Media erst ab 15 Jahren zu erlauben. Man ist dann einfach ein bisschen reifer und checkt besser, was man posten kann und was lieber nicht. Jüngere Leute lassen sich oft schneller beeinflussen oder machen Sachen, die sie später bereuen. Außerdem hat man dann davor noch mehr Zeit für echte Freunde und Hobbys. Ich glaube, wenn man später mit Social Media anfängt, geht man auch entspannter damit um. Deswegen fände ich es gut, Social Media erst ab 15 Jahren zu erlauben.
L: Ich bin da ehrlich gesagt so ein bisschen zwiegespalten: Ich finde, man sollte es Jugendlichen irgendwann zwischen 13 und 15 Jahren erlauben. Einerseits ist es schon sinnvoll, es länger zu verbieten, weil jüngere Kinder oft nicht wissen, worauf sie online achten müssen. Andererseits sind eh voll viele schon früher auf Social Media, auch wenn es verboten sein sollte. Am Ende kommt es eher darauf an, ob man weiß, wie man damit umgeht. Eltern sollten da auch mitreden und helfen. Ich finde, ein Social-Media-Verbot wäre okay, aber es löst nicht alle Probleme.
Wenn man es verbietet, machen es halt viele heimlich – bringt also nicht so viel
M: Ich finde das ehrlich gesagt eher unnötig, Social Media erst ab 16 Jahren zu erlauben, für mich ist man mit 13 Jahren alt genug dafür. Die meisten sind sowieso schon früher auf den sozialen Medien und wollen einfach dazugehören. Wenn man es verbietet, machen es halt viele heimlich – bringt also nicht so viel. Man kann auch schon mit elf oder zwölf Jahren lernen, wie man vernünftig damit umgeht. Statt Verbot wäre Aufklärung viel wichtiger. Für mich wirkt das eher wie eine Regel, die schwer umzusetzen ist.
Benutzt du jedes Mal Social Media, sobald dir langweilig ist?
L: Nein, nicht immer, weil ich nicht süchtig danach bin. Auch wenn ich immer auf Social Media sein dürfte, würde ich das nicht wollen, weil ich z.B. auch gerne Tennis spiele. Ich finde es besser, auch Fahrrad zu fahren oder in den Wald zu gehen, als meine Zeit auf Social Media zu verbringen. Ich habe dazu noch Musikunterricht und Schule und viele Hobbys, deswegen habe ich wenig Freizeit. Für mich sind Social Media nur dann sinnvoll, wenn ich etwas mit Freunden teilen will.
A: Ja, öfters, weil ich Lust habe und nichts anderes zu tun habe. Ich weiß nicht, was ich sonst machen sollte, da ich so daran gewöhnt bin, Social Media zu benutzen. Ich gehe fast nie mit jemandem raus und bleibe lieber zu Hause. Ich denke, Social Media sind dafür gemacht worden, um die Langeweile zu vertreiben. Ich finde, man sollte immer Social Media benutzen dürfen.
ZHK: Nein, ich benutze Social Media fast nie, da ich die Natur sehr mag. Ich bin sehr oft draußen mit anderen Leuten. Ich habe auch einen Hund und ich gehe jeden Tag mit ihm raus laufen. Die einzige Zeit, in der ich Social Media benutze, ist, wenn meine Familie oder Freunde mir ein Video schicken und ich das angucken möchte.
Für mich ist auf jeden Fall der Schutz meiner Daten das Wichtigste. Man weiß halt nie, wer alles Zugriff darauf hat oder was damit passiert.
Was ist deiner Meinung nach das Gefährlichste an Social Media?
ZHK: Für mich ist auf jeden Fall der Schutz meiner Daten das Wichtigste. Man weiß halt nie, wer alles Zugriff darauf hat oder was damit passiert. Und Fake-Accounts sind auch ein echt großes Problem, weil man nie checkt, wer wirklich dahintersteckt. Manche geben sich einfach als jemand komplett anderes aus, das finde ich echt suspekt. Deswegen passe ich da lieber ein bisschen mehr auf. Das sind für mich so die größten Risiken und Gefahren.
L: Ich würde sagen, Fake-Accounts und Hacker sind am gefährlichsten. Fake-Accounts, weil man einfach nicht weiß, ob die Person echt ist. Und Hacker sind halt scary, weil sie Accounts klauen oder Infos leaken können. Ich habe da schon Storys gehört, die echt nicht nice waren. Deswegen versuche ich, nicht auf alles zu klicken und sichere Passwörter zu nutzen. Ganz verhindern kann man es eh nicht, aber man kann ein bisschen vorsichtig sein.
Für mich ist das einfach chillen und Zeit vertreiben. Also ich sehe da kein großes Problem.
M: Ehrlich gesagt sehe ich da nichts wirklich Gefährliches. Ich denke mir halt, mir passiert ohnehin nix. Ich gehe einfach normal mit Social Media um und mache mir keinen Stress. Klar, andere sagen immer, da gibt es Risiken, aber ich merke davon nichts. Für mich ist das einfach chillen und Zeit vertreiben. Also ich sehe da kein großes Problem.
Wie lange benutzt du Social Media pro Tag?
ZHK: Ich bin so ungefähr zwei Stunden am Tag auf Social Media. Für mich passt das voll, weil ich trotzdem noch genug Zeit für andere Sachen habe. Ich checke halt kurz Insta oder TikTok und schreibe mit Freunden, aber dann reicht’s auch wieder. Ich habe da eigentlich ganz gut die Kontrolle drüber. Zu viel Zeit auf Social Media zu verbringen, wäre mir auch irgendwie zu stressig. So ist es chillig und passt.
L: Also ich bin schon so vier Stunden am Tag auf Social Media, würde ich sagen. Ist halt irgendwie normal geworden: Man hängt einfach oft am Handy. Ich scrolle viel durch TikTok oder schaue Reels und so etwas. Manchmal denke ich mir schon, dass es ein bisschen viel ist, aber ja … machen halt fast alle. Es kommt immer darauf an, wie der Tag ist. Ich versuche wenigstens, es nicht komplett zu übertreiben.
M: Ich bin safe so acht Stunden am Tag auf Social Media. Ich hänge basically die ganze Zeit am Handy, auch wenn ich’s gar nicht so merke. Einmal angefangen zu scrollen und zack, sind Stunden weg. Ich weiß selbst, dass das viel zu viel ist, aber es ist halt schwer, aufzuhören. Man hat auch immer das Gefühl, man verpasst was, wenn man nicht online ist. Ich würd’s gerne reduzieren, aber es klappt irgendwie nicht.
Bist du jemals zu spät gekommen, weil du zu lange auf Social Media warst?
ZHK: Nein, offen gestanden ist mir das noch nie passiert. Ich achte schon darauf, dass ich pünktlich bin und nicht zu lange am Handy hänge. Wenn ich weiß, ich muss los, lege ich es einfach weg. Klar bin ich viel auf Social Media, aber ich kann trotzdem noch mein Handy weglegen. Zu spät kommen wäre mir auch irgendwie unangenehm. Deswegen passiert das bei mir echt nicht.
Ich verliere komplett das Zeitgefühl, wenn ich am Scrollen bin. Egal ob TikTok oder Insta, ich bleibe einfach hängen.
L: Ja, passiert schon manchmal, dass ich zu spät komme wegen Social Media. Ich bleibe dann einfach noch kurz hängen und denke mir, „nur noch fünf Minuten“. Und dann plötzlich ist es viel später als gedacht. Vor allem morgens ist das schlimm, wenn ich noch im Bett scrolle. Ich weiß, dass es nervig ist, aber irgendwie passiert’s trotzdem ab und zu.
M: Ja, safe, das passiert mir richtig oft. Ich verliere komplett das Zeitgefühl, wenn ich am Scrollen bin. Egal ob TikTok oder Insta, ich bleibe einfach hängen. Dann merke ich erst viel zu spät, dass ich eigentlich schon längst losgemusst hätte. Ist schon ein bisschen peinlich, aber ja … ich bekomme das irgendwie nicht in den Griff. Ich sage mir jedes Mal, ich mach’s besser, aber das klappt nicht wirklich.
Wie sicher fühlst du dich auf Social Media?
ZHK: Nicht sehr, ich fühle mich da nicht wirklich sicher. Vor allem wegen meiner Daten, man weiß halt nie, wer das alles sehen kann. Und es gibt auch echt komische Leute online, das finde ich schon cringe. Manche tun auch so, als wären sie jemand anderes, und das ist schon ein bisschen scary. Ich passe da deswegen lieber doppelt auf. Mir ist das manchmal echt suspekt, alles.
Man hört auch immer wieder von Creeps online, deswegen bin ich da vorsichtig. Aber wenn man nicht alles teilt und ein bisschen aufpasst, passt das schon.
L: So mittelmäßig, also geht so. Es gibt halt mega viele Fake-Accounts und du weißt nie, wer wirklich dahintersteckt. Das finde ich schon ein bisschen weird, wenn dir random Leute schreiben. Man hört auch immer wieder von Creeps online, deswegen bin ich da vorsichtig. Aber wenn man nicht alles teilt und ein bisschen aufpasst, passt das schon. Also so halb safe, halb nicht, irgendwie.
M: Sehr sicher, ich mache mir da wenig Sorgen. Ich denke mir halt: Mir passiert eh nix. Die meisten Leute sind doch normal drauf, also why not? Ich mache da einfach mein Ding und denke nicht so viel darüber nach. Für mich ist Social Media einfach chillen und Spaß haben.
Kannst du ohne Social Media leben?
ZHK: Ja, safe, ich könnte schon ohne Social Media leben. Es ist jetzt nicht so, dass ich das unbedingt brauche. Klar, ich benutze es gerne, aber es ist für mich nicht lebenswichtig. Ich hätte dann halt mehr Zeit für andere Sachen. Am Anfang wär’s vielleicht ein bisschen komisch, aber ich würde damit klarkommen. Also für mich wäre das kein großes Problem.
L: Hm, geht so, ich weiß nicht so genau. Social Media sind schon oft hilfreich, zum Beispiel zum Lernen oder wenn man schnell etwas nachschauen will. Auch für Schulgruppen oder so ist es praktisch. Aber man könnte theoretisch auch ohne klarkommen. Es würde halt einiges komplizierter machen. Also ich würde sagen: Es geht, aber ich würde es schon vermissen.
Nein, ehrlich, ohne Social Media könnte ich gar nicht: Ich bin da jeden Tag drauf und es gehört einfach voll zu meinem Leben
M: Nein, ehrlich, ohne Social Media könnte ich gar nicht: Ich bin da jeden Tag drauf und es gehört einfach voll zu meinem Leben. Ich benutze es mehr als alles andere, einfach aus Gewohnheit. Ohne wäre mir mega langweilig und ich hätte das Gefühl, ich verpasse alles. Meine Freunde sind dort ja auch alle aktiv. Für mich wäre das echt hart, komplett darauf zu verzichten.
Denkst du, du bist Social-Media-süchtig?
ZHK: Nein, safe nicht mehr. Ich war früher echt krass süchtig nach Social Media, so richtig schlimm sogar. Ich war dauernd am Handy und konnte kaum aufhören, zu scrollen. Aber inzwischen habe ich das besser im Griff und gehe viel lieber mit meinem Hund raus. Das macht mich viel glücklicher, als die ganze Zeit online zu sein. Deshalb würde ich sagen, jetzt bin ich definitiv nicht mehr süchtig.
L: Kann schon sein, ehrlich gesagt. Ich bin schon echt oft auf Social Media unterwegs. Manchmal merke ich auch, dass ich Sachen glaube, die vielleicht gar nicht stimmen. Und ich vernachlässige teilweise auch meine Freunde im echten Leben deswegen. Das ist mir schon aufgefallen und das ist nicht so nice. Deswegen denke ich schon, dass es ein bisschen in Richtung Sucht geht.
M: Ja, 100%, ich bin safe süchtig. Ohne Social Media geht bei mir gar nichts mehr. Ich bin basically die ganze Zeit online und benötige das irgendwie. Mir sind echte Freunde auch nicht mehr so wichtig, ich habe meine Online-Freunde. Auch wenn ich nicht mal immer weiß, ob die wirklich die sind, die sie sagen, ist mir das egal. Hauptsache, ich bin online und habe Kontakt.