Budget

„Wolser F“ und verlängerte rue de l’Eglise: Bettemburg stellt Haushalt für 2026 vor

Straßensanierungen, die Schaffung einer neuen „Zone d’activité“ sowie der Umweltschutz: Das sind die Hauptpunkte des Bettemburger Haushaltes für 2026.

Bettemburg investiert in seine Straßen und den Umweltschutz

Bettemburg investiert in seine Straßen und den Umweltschutz Foto: Editpress/Julien Garroy

In Bettemburg wurde das Budget für 2026 am 19. Dezember mit den Stimmen von CSV, DP und „déi gréng“ angenommen. Es sollen mehrere Straßen und Plätze für insgesamt fast 5,5 Millionen Euro saniert werden. Zusätzlich entfallen 2,2 Millionen Euro auf eine neue Gewerbezone. Die nötigen Investitionen, um die öffentliche Beleuchtung mit LED-Lampen auszustatten, belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro. Ebenfalls groß schreibt die Gemeinde den Umweltschutz: Fast 2 Millionen Euro sind für verschiedene Projekte im Rahmen des Klimapakts sowie Naturpakts vorgesehen. Bürgermeister Laurent Zeimet (CSV) sagte bei der Vorstellung , dass der Haushalt das Engagement der Gemeinde in den Bereichen Klima, Natur, Wohnung und Zusammenleben vertiefe.

Bürgemeister Laurent Zeimet investiert in Klima, Natur, Wohnung und Zusammenleben

Bürgemeister Laurent Zeimet investiert in Klima, Natur, Wohnung und Zusammenleben Foto: Editpress/Julien Garroy

Teuerstes Projekt ist die neue Gewerbezone „Wolser F“. Neben der Gestaltung des neuen Gebietes werden die Straßen in der alten montée Krakelshaff in Bettemburg erneuert. Die Bauarbeiten sollen im Frühling 2026 abgeschlossen sein.

Neue Beleuchtung und mehr Hochwasserschutz

Der Schöffenrat plant, im Dorfeingang von Bettemburg die Verkehrssicherheit zu verbessern sowie für einen besseren Verkehrsfluss zu sorgen. Dafür sollen unter anderem „intelligente“ Ampeln, die auf die reale Verkehrssituation reagieren, sowie breitere Gehwege angelegt werden. Zusätzlich sind geteilte Fuß- und Radwege vorgesehen. Während der Bauarbeiten soll auch die Trinkwasserversorgung für eine halbe Million Euro verbessert werden. Im April sollen die Bauarbeiten beginnen und innerhalb von 24 Monaten abgeschlossen sein. Die rue de l’Eglise in Hüncheringen soll ab Mitte 2026 sowohl verlängert als auch erneuert werden. Die Arbeiten sollen zwei Jahre dauern. Um die Überschwemmungsgefahr zu reduzieren soll die place Nelson Mandela mit Grünflächen und wasserdurchlässige Flächen ausgestattet werden. Dort baut die Kommune ebenfalls Ladestationen für E-Autos sowie ein Überdach bei der Bushaltestelle. Anfang 2026 soll der Bau beginnen und vier Monate dauern.

Die öffentliche Beleuchtung im Gemeindegebiet soll ab Frühjahr 2026 mit LED-Lampen ausgestattet werden. Die Dauer der Arbeiten ist mit neun Monaten angegeben. Mit fast 2 Millionen Euro werden verschiedene Projekte im Rahmen des Klimapaktes und des Umweltpaktes unterstützt. Dazu zählen neben Förderungen für Einwohner auch Solaranlagen sowie das Ersetzen von Verbrennermotorfahrzeugen durch E-Autos. Ziel ist, so der Bürgermeister, im Jahr 2026 die Goldzertifikation im Klimapakt beizuhalten.

Ausgaben steigen schneller als Einnahmen

Die ordentlichen Einnahmen beliefen sich auf knapp 72,2 Millionen Euro, die Ausgaben lagen bei etwa 66,3 Millionen Euro. Zusammen mit außerdordentlichen Einnahmen von 19,8 Millionen Euro und Ausgaben von 32,1 Millionen Euro lag der Überschuss bei insgesamt rund 7,6 Millionen Euro. Dabei konnte ein Plus von gut 14 Millionen Euro aus dem Jahr 2024 übernommen werden. Zum Jahresende betrugen die kommunalen Schulden 132,3 Millionen Euro, sollen aber 2026 weiter leicht sinken.

Laut Bürgermeister Zeimet sei das Problem, dass die ordentlichen Ausgaben schneller steigen als die ordentlichen Einnahmen. „Der PPF zeigt, dass Projekte möglich sind, aber der ‚Ordinaire‘ muss unter die Lupe genommen werden“, sagte er während der Budgetspräsentation.

Sowohl der berichtigte Haushalt für 2025 als auch der geplante für 2026 wurden nur von der Mehrheitskoalition bestehend aus den neun Gemeinderäten von CSV, „déi gréng“ und DP unterstützt. Die LSAP-Opposition (sechs Räte) stimmte gegen beide Budgets. Abgestimmt wurde am 19. Dezember 2025.

Eine zu hohe Verschuldung und zu viele leere Versprechen: Laut Roby Biwer sind das die Hauptkritikpunkte der Opposition

Eine zu hohe Verschuldung und zu viele leere Versprechen: Laut Roby Biwer sind das die Hauptkritikpunkte der Opposition Foto: Editpress-Archiv/Isabella Finzi

Das sagt die Opposition

Roby Biwer (LSAP) kritisiert den Haushaltsentwurf. „Eine Reihe von Projekten, die vor den Wahlen angekündigt waren, sind jetzt schon wieder nicht mehr machbar“, sagte der Gemeinderat dem Tageblatt am Telefon. „Wir haben moniert, dass die Finanzverwaltung delikat ist.“ So sei die Gemeinde eine der meistverschuldeten in Luxemburg. „Wir sind ‚hanne widder a vir bäi‘“, so Biwer. Dadurch fehle Geld für Projekte. Die Gemeindeverwaltung habe zu viel in große Projekte investiert. „Manchmal muss man wissen, was wirklich gebraucht wird und was ‚nice to have‘ ist“, sagte er. „Wir hätten wahrscheinlich die gleichen Projekte realisiert, aber eben in einer Ausführung, die nicht so pompös ist.“

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