Tice
Wo muss ich raus? Fahrplanänderung verwirrt Busfahrgäste
Die TICE-Busfahrpläne haben sich am 4. Januar stark geändert. Das Tageblatt fährt mit und fragt die Passagiere, was sie davon halten.
Die neuen Busfahrpläne sorgen zunächst vor allem für Verwirrung Foto: Editpress/Julien Garroy
Im Süden des Landes gelten seit Kurzem neue Fahrpläne beim TICE. Die Routen mancher Linien verlängern sich, Haltestellen entfallen und Abfahrtszeiten sind anders. Diese Modifikationen wurden Anfang Dezember angekündigt. Die Reaktionen: Unverständnis und Verwirrung. Aber was sagen die Menschen nun, da die Anpassungen seit Kurzem gelten? Wie schon vor einem Monat sind die Eindrücke der Busnutzer eher zurückhaltend.
Was sofort auffällt: Die Linie 7 fährt eine andere Route. Auch die Haltestelle am Belval Plaza gegenüber der Rockhal gibt es nicht mehr. Ella Bring ist nicht zufrieden mit dem neuen Verlauf der Linie. „Das hier ist nicht in Ordnung. Ständig kommt eine neue ‚Däiwlerei‘, und wir müssen uns umgewöhnen. Es hat doch gut funktioniert.“ Die neuen Fahrpläne seien „wirklich verrückt und nicht mehr normal“. Die Linie 7, die bisher bei ihrem Haus hielt, fährt nun nicht mehr daran vorbei. Vom Escher Bahnhof müsse sie noch einen Kilometer zu Fuß laufen. Ob sie auch in einen anderen Bus steigen kann, wisse sie noch nicht.
Umgewöhnen fällt schwer
Nancy Gonzalez glaubt, sie werde sich schnell umgewöhnen Foto: Editpress/Julien Garroy
Daniela Garcia, die in der Lallinger Schule arbeitet, nennt die Änderungen „egal wat“. „Heute Morgen war es schlimm, die Menschen waren nicht informiert.“ An einigen Haltestellen müssen Passagiere auf der anderen Straßenseite einsteigen. Laut offiziellem Fahrplan ist das zum Beispiel am boulevard Pierre Dupong der Fall. „Anstatt neue Linien zu schaffen, ist jetzt alles anders.“ Ihr Rückweg habe sich durch die neue Strecke der 7 verlängert.
Nancy Gonzalez, die seit 30 Jahren in Esch wohnt, sagt: „Man gewöhnt sich schnell um.“ Noch kann sie nicht einschätzen, ob die Änderungen positiv oder negativ sind. „Seit mehr als einer Woche hängen Schilder an den Haltestellen und die neuen Fahrpläne wurden in die Briefkästen gelegt.“ Und doch: „Morgens standen viele Leute auf der falschen Straßenseite.“ Vor allem für ältere Menschen sei es schwer, sich umzugewöhnen.
Chaos am Bahnhof
Die meisten Insassen sind der Meinung, man werde sich schon umgewöhnen. Dennoch herrscht am Montag zum Teil noch viel Verwirrung. Während der Busfahrt fällt auf: Menschen fragen nach, wie die Busse fahren, ob ihre Haltestelle noch bedient wird und wissen nicht immer, ob sie ihr Ziel noch ohne Umsteigen erreichen können. Manche informieren sich bereits vor dem Einsteigen beim Busfaher. Deshalb steht am Bahnhof mehr Personal als üblich.
Am Bahnhof stehen Menschen in gelben Vesten. Ihre Aufgabe: die neuen Fahrpläne zu erklären und die Fragen der Passagiere zu beantworten. Die Linien 2, 4 und 5 halten zum Beispiel nicht mehr am Bahnhof. Dies erklärt ein Mitarbeiter einer Frau an der „gare routière“. Die ganze Woche über helfen Mitarbeiter des Transportministeriums oder des TICE aus.
Pedro Vaz und seine Kollegen müssen in den nächsten Tagen noch einigen verwirrten Fahrgästen helfen Foto: Editpress/Julien Garroy
Laut Pedro Vaz, „chef de station“ in Esch, sind „die Leute verloren. Es ist sehr schwer, viele wissen nicht Bescheid.“ Schwierig sei vor allem, dass alle Änderungen an einem Tag vollzogen wurden, statt etappenweise. Dies führe zu viel Konfusion bei den Fahrgästen. „Es war schon viel Chaos hier heute Morgen.“ Daher steht er, gemeinsam mit weiterem Personal, in den nächsten Tagen vor dem Bahnhof, um den Menschen Hilfe anzubieten. „Die Menschen sind nicht zufrieden, dass die Linie 7 nicht mehr am Krankenhaus hält.“ Früher fuhr diese Linie im 15-Minuten-Takt zum CHEM. Die 641, die stattdessen die Haltestelle am Krankenhaus bedient, fährt dagegen nur noch alle 30 Minuten. „Für Menschen im Rollstuhl ist das kompliziert.“
Weitere Informationen
Unter der Telefonnummer (+352) 24 65 24 65 oder auf mobiliteit.lu können Fahrgäste sich über die neuen Fahrpläne informieren.