Tier des Tages
Wildkaninchen: Kleine Baumeister unter der Erde
Gemeinsam mit dem „Centre de soins pour la faune sauvage“ stellt das Tageblatt heimische Wildtiere vor und zeigt, wie verletzte oder geschwächte Tiere in der Pflegestation versorgt werden. Heute geht es um das Wildkaninchen.
Wildkaninchen ernähren sich von Gräsern, Kräutern, Blättern und Blüten Foto: Centre de soins pour la faune sauvage
Das Wildkaninchen ist kleiner als der Feldhase und erreicht eine Körperlänge von etwa 50 cm bei einem Gewicht bis zu 2 kg. Typisch sind die kurzen Beine sowie das graubraune Fell. Wildkaninchen leben in sozialen Kolonien und graben weitverzweigte unterirdische Baue, die ihnen Schutz und Raum für die Aufzucht ihrer Jungen bieten.
Die Tiere sind vor allem in der Dämmerung aktiv und bevorzugen offene Landschaften mit niedriger Vegetation, Buschbereichen und lockerem Boden. Als reine Pflanzenfresser ernähren sie sich von Gräsern, Kräutern, Blättern und Blüten. Durch ihr Grabeverhalten tragen sie zur Bodenlockerung bei und spielen gleichzeitig eine wichtige Rolle als Beutetier vieler heimischer Raubtiere.
Die Fortpflanzungszeit reicht von Februar bis September. Pro Jahr können mehrere Würfe mit jeweils vier bis sechs Jungtieren geboren werden. Die Jungen bleiben zunächst geschützt im Bau, bis sie selbstständig sind.
In der Pflegestation werden Wildkaninchen häufig als verwaiste Jungtiere oder nach Verletzungen aufgenommen. Besonders junge Tiere benötigen eine ruhige Umgebung und eine angepasste Ernährung, da sie empfindlich auf Stress reagieren. Ziel der Betreuung ist immer eine spätere Auswilderung in geeignete Lebensräume.
Im Allgemeinen werden nur wenige Wildkaninchen in die Pflegestation gebracht. Durchschnittlich handelt es sich um etwa zwei Tiere pro Jahr.