Trier
Wie zwei Luxemburger in den deutschen Karnevalsadel aufgestiegen sind – und nun weltweit auf närrischer Mission sind
Wenn ein „Karnevalsverrückter“ über zwei „Karnevalsverrückte“ schreibt, könnte man wohl Seiten füllen. Während bei unseren deutschen Nachbarn die Uniformen und Orden seit Aschermittwoch wieder in Schränken und Vitrinen verstaut sind, erwarten die Narren im Großherzogtum ja noch mit Spannung und Ungeduld den karnevalistischen Höhepunkt zu „Halleffaaschten“. Aber nicht nur in Luxemburg wird das Brauchtum gepflegt, sondern auch europaweit und sogar in Übersee. Für die geneigte Leserschaft also dann hier die Geschichte von und über Marie-Claire und Pierrot.
Marie-Claire und Pierrot als närrische Regenten in Trier im Jahr 2019 Foto: Herbert Becker
Ich bin zu Gast in Langsur auf der deutschen Seite der Sauer, vis-à-vis von Wasserbillig. Pierrot Klein und Marie-Claire Klein-Theisen sind hier zu Hause. Die beiden waschechten Luxemburger leben hier seit ihrer Hochzeit im Jahr 2005 in einem heimeligen Anwesen. Zum Karneval kamen die beiden sprichwörtlich wie die Jungfrau zum Kind. „Wir hatten überhaupt keine Berührung zum närrischen Treiben, auch nicht, als wir noch in Luxemburg gewohnt haben“, lässt Pierrot mich wissen. „Bei einem Dorffest 2016 kamen wir mit der Vorsitzenden des hiesigen Karnevalsvereins ins Gespräch und man hat uns das Amt des Prinzenpaares für die Session 2017 angetragen. Begeistert haben wir spontan zugesagt.“ Diese Kampagne hat dann das närrische Feuer in den beiden entfacht und durch Auftritte in der benachbarten Hochburg Trier entstanden weitere Kontakte.