Solidarität
Wie mehrere Flüchtlinge aufgrund eines einzigen Anrufs eine neue Heimat in Kayl-Tetingen fanden
Feinschliff könnte man den Teil der Arbeit nennen, welcher den Kayler Gemeindeverantwortlichen bei der Betreuung der ukrainischen Flüchtlinge noch bevorsteht. Denn in den vergangenen Monaten hat die Südgemeinde nicht nur Wohnraum und Platz für Schulklassen aus dem Boden gestampft, sondern mithilfe engagierter Bürger und Klubs ein Klima der Willkommens- und Integrationskultur geschaffen.
Christian Bombardella war erst mit dem Privatauto und danach mit einem Lastwagen an der ukrainischen Grenze Foto: Editpress/Tania Feller
Dorfpolitik birgt ihre Tücken. Das dürfte in Kayl-Tetingen ein offenes Geheimnis sein. Allerdings hat sie auch den Vorteil, eine Politik der kurzen und direkten Wege zu sein. Als Christian Bombardella, früher aktiver Feuerwehrmann und Sanitäter der Gemeinde, die Nummer des ersten Schöffen Romain Becker wählt, geht es nicht um banale Sorgen vor der eigenen Haustür – sondern um ein internationales, humanitäres Unterfangen. Zu diesem Zeitpunkt befindet er sich bereits knapp 300 Kilometer vor seinem Zielort in Polen: einer Kampfsport-Basis, in der Flüchtlinge aus der Ukraine Anfang März auf Sportmatten notuntergebracht sind.