40 Jahre gelebte Weinkultur

Wie der „Éiner Wënzerdag“ ein Dorf in den Ausnahmezustand versetzt

Ehnen. 967 erstmals urkundlich erwähnt, kaum 500 Einwohner, doch einmal im Jahr der Nabel der Moselwelt. Wenn der „Éiner Wënzerdag“ ansteht, verwandeln sich enge Pflastergassen in Festmeilen, Fassaden in florale Bühnenbilder und Hausgärten in Probestationen für Crémant, Riesling und Co. Am 20. Juli feiert Ehnen zum 40. Mal diesen Ausnahmezustand – und das ganze Dorf macht mit. Das Tageblatt hat sich vorab umgehört: Was bedeutet dieser Tag für die Menschen, die hier leben und arbeiten?

Das ganze Dorf hat sich herausgeputzt für den „Wënzerdag“

Das ganze Dorf hat sich herausgeputzt für den „Wënzerdag“ Foto: Carole Theisen

Vera Oliveira steht vor dem frisch gedeckten Dach ihres Hauses. Ihr Vater hat sich beeilt, die Arbeiten rechtzeitig vor dem „Wënzerdag“ abzuschließen. Nicht, weil es unbedingt nötig war – sondern weil es ums Prinzip geht. „Wir wollten, dass das Gerüst rechtzeitig wegkommt. Alles soll schön sein – die Blumen, die Straßen, einfach das ganze Bild“, erklärt Oliveira. „Alle geben 100 Prozent, nicht nur die Gemeinde, auch wir als Bewohner wollen, dass Ehnen sich von seiner besten Seite zeigt.“ Es ist, wie Oliveira sagt, „Stress – aber schöner Stress“. Ein kollektiver Kraftakt, getragen von einer Dorfgemeinschaft, die es ernst meint mit der Schönheit, der Geselligkeit und dem Stolz auf ihre kleine Ortschaft.

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