Ein Sektor in der Krise

Wie das Luxemburger Nachtleben um seine Zukunft ringt

Es ist ein großes Fragezeichen, das seit Beginn der Corona-Krise wie ein Damoklesschwert über der Horeca-Branche schwebt. Restaurants, Bars, Diskotheken – all jene, die als Erstes ihre Türen schließen mussten, sind nun die, die machtlos zusehen, wie andere Betriebe ihre Aktivitäten wieder aufnehmen dürfen, während sie selbst weiter um ihre Zukunft bangen. Die Letzten werden die Ersten sein findet hier seine umgekehrte Bedeutung, denn die Orte des sozialen Beisammenseins stehen wohl eher unten auf der politischen Prioritätenliste der Maßnahmenlockerungen. Was einerseits für Besitzer und Horeca-Staff aus sanitärer Sicht nachvollziehbar ist, bringt für Jérôme Brigard, Marc Grandjean und Yannis Xydias mit Blick auf die aktuelle Lage Kopfzerbrechen und ernstzunehmende Sorgen um die Existenz ihrer Lokale.

Die Manager der Bars und Restaurants von „Concept+Partners“ haben seit vergangener Woche ihre Küchen für Bestellungen wieder geöffnet, um so wenigstens einen Teil der derzeit zu vermerkenden Verluste aufzufangen

Die Manager der Bars und Restaurants von „Concept+Partners“ haben seit vergangener Woche ihre Küchen für Bestellungen wieder geöffnet, um so wenigstens einen Teil der derzeit zu vermerkenden Verluste aufzufangen Foto: privat

„Es herrscht seit dem Tag der Schließung der Lokale viel Ungewissheit. Wir wissen nicht, wann wir wieder öffnen dürfen und unter welchen Auflagen. Planung ist allerdings essenziell für den gesamten Sektor“, meint Jérôme Brigard, einer der zwei Gründer der „Concept+Partners“-Gruppe, die insgesamt zwölf Bars und Restaurants in Luxemburg betreibt. Um die eigenen rund 170 Angestellten zu schützen, hatte das Manager-Duo zu Beginn der Quarantäne beschlossen, sämtliche Aktivitäten einzustellen. Erst letzte Woche durfte die frohe Nachricht raus: Einige Lokale werden ab sofort wieder liefern. Doch die Einnahmen durch Bestellungen decken keinesfalls die Kosten, die für Akteure der Horeca-Branche tagtäglich anfallen. Dem kann ebenfalls Restaurant- und Barbetreiber Marc Grandjean nur beipflichten: „Unser Restaurant Essenza hat auch auf Home Delivery umgestellt, dies bringt uns aber nicht mal fünf Prozent der normalen Einnahmen. Dazu kommt, dass unsere Maschinen weiterlaufen und wir nach mehreren Monaten der Schließung Zeit brauchen, um alles wieder auf Vordermann zu bringen.“

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