Porträt
Wie Paläontologe Ben Thuy in Luxemburg uralte Meeresbewohner entdeckt
Sein Büro ähnelt einem Fossilienlager, sein Herz schlägt für Schlangensterne – und auf dem Schlagzeug tobt er sich aus. Ben Thuy verbindet Neugier mit Muskelkraft und erzählt, warum echte Forschung nichts mit Hollywood zu tun hat.
Der Paläontologe Dr. Ben Thuy vor dem Ichthyosaurier im Naturmuseum (MNHN) Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
„Die Luft von vor 250 Millionen Jahren einmal schnuppern zu können, wäre schon spannend“, sagt Ben Thuy im Gespräch mit dem Tageblatt. Wenn er in der Zeit zurückreisen und sein heutiges Wissen mit einpacken könnte, würde er in die Trias eintauchen. „Damals lebten noch skurrile Reptilien und es war der Anfang der Säugetiere. Blumen oder Vögel gab es noch nicht.“ Wie es wohl gerochen hat und was der Soundtrack dieses Zeitalters war, stellt selbst Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor einige Rätsel. „Ich könnte mit eigenen Augen überprüfen, ob wir mit unseren heutigen Behauptungen richtig liegen“, meint er lächelnd. Dr. Ben Thuy ist Paläontologe und seit zehn Jahren Forscher im „Musée national d’histoire naturelle de Luxembourg“ (MNHN) in Luxemburg-Grund.