Tiergesundheit

Wenn der Hund plötzlich riecht: Ursachen und die besten Tipps zur Abhilfe

Unangenehmer Geruch aus der Maulhöhle und dem Haarkleid ist nicht nur lästig, er kann auch ein Anzeichen für gesundheitliche Probleme sein. Tierärztin Dr. Simone Mousel beleuchtet, warum der Hund plötzlich zur Geruchsquelle wird, und klärt über alle Ursachen und Auswege auf. 

Bei einem leichten Eigengeruch kann es unterstützend wirken, Vierbeiner regelmäßig mit einem geeigneten Hundeshampoo zu waschen

Bei einem leichten Eigengeruch kann es unterstützend wirken, Vierbeiner regelmäßig mit einem geeigneten Hundeshampoo zu waschen Fotos: Deborah Rimi

Tageblatt: Was steckt hinter dem typischen Hundegeruch? 

Dr. med. vet. Simone Mousel: Der charakteristische Geruch des Hundes wird von den Talgdrüsen in der Haut erzeugt. Dieser Talg hält das Fell geschmeidig und schützt die Haut. Die Intensität dieses Geruchs variiert je nach Rasse. Pudel, Akita Inus und Greyhounds riechen typischerweise weniger intensiv. 

Welche gesundheitlichen Ursachen führen am häufigsten zu unangenehmen Gerüchen? 

Halter sollten alarmiert sein, falls sich der Geruch des Hundes plötzlich verändert. Tritt zusätzlich ein anderes Gesundheitsproblem hinzu, ist umgehend ein Tierarzt aufzusuchen. Die Ursachen sind vielfältig: Hautprobleme, Ohrenentzündungen, Magenbeschwerden und chronische Nierenprobleme können den Körpergeruch beeinflussen. Für starken Mundgeruch sind meist massiver Zahnstein, Zahnfleischentzündungen oder zwischen den Zähnen festsitzende Fremdkörper verantwortlich. 

Wie können Tierhalter Mundgeruch am effektivsten vorbeugen? 

Die effektivste Maßnahme ist das tägliche Zähneputzen. Kauartikel mit Enzymen bieten eine gute Alternative, um die Zahnsteinbildung einzudämmen. 

Auf welche Grunderkrankungen kann starker Mundgeruch ein Hinweis sein? 

Starker Mundgeruch, der nicht auf Zahnprobleme zurückzuführen ist, kann auf ernste Stoffwechselerkrankungen hinweisen. Ein unbehandelter Diabetes kann einen leichten Azeton-Geruch verursachen. Bei fortgeschrittenem Nierenversagen riecht der Atem des Hundes oft nach Ammoniak. Massive Magenprobleme mit Erbrechen äußern sich häufig durch einen Geruch nach Erbrochenem oder Magensäure. 

Welche Probleme sind die häufigsten Ursachen für üblen Ohrgeruch? 

Hunde mit Hängeohren sowie brachyzephale Rassen haben anatomisch bedingt vermehrt Ohrenprobleme. Die Hauptursachen für üblen Ohrgeruch sind übermäßiger Ohrenschmalz, der mit speziellen Reinigern sanft entfernt werden kann, und Ohrenentzündungen, die immer von einem Tierarzt untersucht und behandelt werden müssen. 

Was verursacht den muffigen Geruch von Fell und Haut bei Hunden? 

Die Hauptursachen sind Hautinfektionen durch Bakterien und/oder Hefepilze. Darüber hinaus sind bestimmte Rassen aufgrund ihrer Anatomie anfälliger für starken Körpergeruch. Dazu zählen jene mit starkem Eigengeruch, wie Möpse, Cocker Spaniel und Labradore. Auch Hunderassen mit Hautfalten – beispielsweise Shar-Peis, Englische und Französische Bulldoggen – neigen zu starkem Geruch, wenn ihre Falten nicht konsequent sauber und trocken gehalten werden. 

Welche einfachen Mittel helfen unterstützend bei einem leichten Eigengeruch? 

Bei einem leichten, harmlosen Geruch kann regelmäßiges Waschen mit einem hautschonenden Hundeshampoo unterstützend wirken. Es ist dabei entscheidend, ein Produkt zu verwenden, das die natürliche Talgschicht der Haut nicht angreift. So kann das Waschen, neben der Geruchsreduktion, sogar präventiv Hautprobleme mindern. 

Wie kann man Problemen mit stinkenden Analdrüsen und starken Blähungen langfristig vorbeugen? 

Die häufigste Ursache für beide Probleme ist die Fütterung. Die effektivste Maßnahme ist daher eine Futterumstellung. Eine angepasste Diät optimiert die Kotkonsistenz, was die natürliche Entleerung der Analdrüsen unterstützt und die Entstehung von Blähungen reduziert. Zusätzlich können im Falle der Analdrüsenprobleme spezielle Nahrungsergänzungsmittel unterstützend eingesetzt werden. 

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