Generalversammlung

Wegen Baustellen: Bürgermeister Mischo steht Interessenverein Lallingen Rede und Antwort

Ob der Erfolg der diesjährigen Generalversammlung des „Interesseveräin Lallange“ (IVL) auf die pandemiebedingte Pause oder doch eher die aktuellen Arbeiten am Boulevard Grande-Duchesse Charlotte zurückzuführen ist, ist letztendlich nicht definitiv zu klären. Der Sitzungssaal in der Escher Sporthalle platzte am Dienstag jedenfalls aus allen Nähten.

Die Cactus-Baustelle sorgte für einige Diskussionen beim Interessenverein

Die Cactus-Baustelle sorgte für einige Diskussionen beim Interessenverein Foto: Editpress/Alain Rischard

Präsident Marco Kirsch lobte in seiner Ansprache eingangs die vorbildliche Zusammenarbeit mit der Escher Gemeinde. Sorgen bereiten ihm indes der Schwund des IVL-Vorstandes. Die Krise des Ehrenamtes sei wohl ein Gesellschaftsproblem. Auch verlassen viele Einwohner Lallingens ihre Wohnung morgens in der Früh, um erst abends wieder heimzukehren. Sie interessieren sich demnach wenig für ihr Wohnumfeld. „Soziale Kohäsion und Solidarität bleiben auf der Strecke“, sagte Marco Kirsch.

Eingangs der Versammlung wurde gleich das brisante Thema der beiden parallel laufenden Baustellen am Boulevard Grande-Duchesse Charlotte und auf der A4 – und der damit verbundenen Verkehrswehen in Lallingen – angesprochen. Man sei nicht gegen das Cactus- oder das Tram-Projekt. Man sei sich aber auch bewusst, dass die Lebensqualität in Lallingen unter der Baustelle leide. Der IVL fordere die Gemeindeverantwortlichen deshalb auf, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür zu sorgen, dass Lallingen nicht im Verkehr ersticke und ein sicherer Schulweg erhalten bleibe. Der IVL verlangt dafür eine erhöhte Präsenz von Polizei und „Agents municipaux“ während der Arbeiten an der Cactus-Zufahrtrampe und der Vorbereitungen für die Tram.

Bürgermeister Georges Mischo zeigte sich erleichtert, dass das vorhergesagte Chaos in den Straßen rund um die Baustelle der Zufahrtsrampe ausblieb. Dennoch würden sowohl „Agents municipaux“ als auch Polizei vermehrt kontrollieren. Das Benutzen von Schleichwegen sowie das Missachten der Geschwindigkeitsbegrenzungen gingen leider oft Hand in Hand, was man nicht tolerieren werde, so Mischo. Neben dieser aktuellen Baustelle denke man auch an die Einwohner der Colling-Straße, die seit geraumer Zeit durch die Baustelle der Sporthalle geplagt seien. Auch hier würden „Agents municipaux“ sich vermehrt dem leidigen Problem des Falschparkens annehmen.

Stadtingenieur Lucien Malano gab anschließend Details zu den Bauphasen am Boulevard Grande-Duchesse Charlotte. Aus dem Vorhaben eines Hypermarkts von 30.000 Quadratmetern ist inzwischen ein Supermarkt mit einer Fläche unter 10.000 Quadratmetern sowie Parkraum für 800 Fahrzeuge geworden. Die Umänderungen an der Kreuzung bei der Lallinger Kirche und der Aral-Tankstelle wurden angepasst. Dem einst vorgesehenen Kreisverkehr wird nun eine intelligente Ampelanlage bevorzugt. Auch die schnelle Tram wird voraussichtlich 2035 über besagte Kreuzung fahren. Die Baustelle der Zufahrtsrampe konnte nicht weiter nach hinten verschoben werden, ansonsten der neue Supermarkt vor der Rampe fertig geworden wäre.

Gleichzeitig werde man nun von der Gelegenheit profitieren, die Straßeninfrastrukturen zu verlegen, damit sie nicht unter den Schienen verlaufen werden. Somit werde eine weitere Sperrung in ein paar Jahren vermieden. Betreffend die Dauer dieser ersten Bauphase von 14 Monaten, sei man zuversichtlich, diesen Termin einzuhalten. Die Zufahrtsrampe verläuft in der Mitte des Boulevards. Autos, die vom Benelux-Platz in Richtung Kirche fahren, biegen somit links, ohne Kreuzung und Behinderung des Verkehrsflusses, auf die Rampe ein. In entgegengesetzter Richtung gelangt man direkt in die Tiefgarage. In einer zweiten Phase wird die Tramtrasse entstehen, mit der Neugestaltung des gesamten Umfeldes des Boulevards, inklusive der Vergrößerung und Verschönerung des Vorplatzes der Lallinger Kirche. Die Monnericher Straße soll indessen verkehrsberuhigt werden und zu einer „Zone mixte“ mit Akzent auf den Langsamverkehr werden.

Weitere Anliegen des Interessenvereins sind die Verkehrssicherheit auf dem Boulevard Pierre Dupong, die mangelnde Beleuchtung des Fußgängerüberweges in Höhe des CR 170A sowie die ebenfalls mangelnde Beleuchtung einzelner Bürgersteige, wie etwa in der rue Aline de Saint-Hubert. Regenwasser läuft an einigen Stellen des Boulevard Pierre Dupong nicht ab, des Weiteren sind Bürgersteige und Wege in schlechtem Zustand. Der Zugang für in ihrer Bewegung eingeschränkte Menschen zum Parkhaus der Sporthalle gestaltet sich äußerst schwierig. Verschmutzte Parkbänke und die Überbevölkerung der Krähen bereiten ebenfalls Probleme. Anstelle von eigens aufgestellten Tannenbäumen zur Weihnachtszeit, schlägt der IVL die Beleuchtung bestehender Bäume nach dem Vorbild Monnerich vor. Auch könnten einige Grünanlagen hübscher gestaltet werden. Die meisten Anliegen des IVL könnten laut Aussage des Bürgermeisters kurzfristig umgesetzt werden. Das Erneuern der Beleuchtungsmasten sei in einigen Fällen etwas langwieriger, da hier auch die Sockel getauscht werden müssten. Der barrierefreie Zugang zur Sporthalle hänge indes vom Fortschreiten der Baustelle ab.

Der Vorstand setzt sich nach dem Ausscheiden von Jeanny Feitler und Christa Weis sowie den Neuzugängen Samuel Baum und Jérôme Volz aus dem Präsidenten Marco Kirsch, dem Vize-Präsidenten Marco Baum, dem Kassierer Théo Kronshagen und den Mitgliedern Jean Hansen, Ro Hilger, Cédric Hummer, Dem Peiffer, Henri Reding, Samuel Baum und Jérôme Volz zusammen. Neu zu besetzen bleibt der Posten des Sekretärs.

Bürgermeister Georges Mischo (mit Mikro) nahm an der diesjährigen Generalversammlung des Interessenvereins teil 

Bürgermeister Georges Mischo (mit Mikro) nahm an der diesjährigen Generalversammlung des Interessenvereins teil  Foto: Paul Huybrechts

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