Sandweiler
Warum die 30er‑Zone in der Hauptstraße nicht Teil des Verkehrsreglements ist
Die rue Principale in Sandweiler soll sicherer werden. Die Maßnahmen gefallen nicht jedem. Insbesondere ein fehlendes Verkehrsreglement sorgte für Diskussionen im Gemeinderat.
Die neue Geschwindigkeitsbegrenzung in der Hauptstraße sorgte für Diskussionen im Gemeinderat Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Die Gemeinde Sandweiler möchte die Hauptstraße sicherer gestalten. Mehrere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wurden daher in der vergangenen Woche umgesetzt. Darunter Rechtsvorfahrten, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h sowie mehrere Verkehrsinseln, die Autofahrer verlangsamen sollen.
Die CSV-Opposition hatte sich in den sozialen Medien kritisch dazu geäußert. Ihrer Meinung nach würden die Maßnahmen die Staugefahr im Zentrum Sandweilers erhöhen. Weiter hieß es, die Umsetzungen würden zu Chaos führen. In einem separaten Post monierte die CSV eine Meinungsänderung des Schöffenrats. So seien Schilder, die auf Berliner Kissen hinweisen, zunächst aufgestellt und später wieder abmontiert worden.
Problematische Verengungen
Jean Lemmer (CSV) stellte diesbezüglich eine Frage während der Gemeinderatssitzung am Donnerstag. „Diese Maßnahmen haben ein wenig Polemik ausgelöst“, fügte er hinzu. Seine Partei sei zwar für Verkehrsberuhigung und habe bereits vor fünf Jahren, damals in der Majorität, eine Zone 30 vorgeschlagen. „Wir haben allerdings, wie ganz viele Bürger, Probleme mit den Verengungen.“ Lemmer wollte vom Schöffenrat wissen, ob angedacht sei, diese Inseln wieder abzubauen. Auch die Frage nach den Kosten interessierte ihn.

Die Verengungen in der Straße sind der Opposition ein Dorn im Auge Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Bezüglich der 30er-Zone betonte Simone Massard-Stitz (CSV): „Diese ist nicht reglementiert.“ Das sei zu 100 Prozent sicher, die Partei habe sich diesbezüglich informiert. „Wer hier mit 50 gestoppt wird, ist ‚en règle‘.“
Nur eine Testphase
„Ich bin mir dessen bewusst“, sagte Bürgermeister Claude Mousel (DP). Die Rechtsvorfahrten seien aber regeltechnisch in Ordnung. Das bestätigte auch die CSV. „Tempo 30 machen wir zusammen mit der Itziger Straße in der nächsten Sitzung“, so Mousel weiter. Massard-Stitz wandte ein, es sei gefährlich, ohne Regeln Schilder aufzustellen. Laut dem Bürgermeister besteht lediglich das Risiko, dass bei einer Verkehrskontrolle aufgrund des fehlenden Reglements kein Strafzettel ausgestellt werden könne. „Die Sicherheit ist in Ordnung, das ist das Einzige, was zählt.“
Ich möchte mich nicht festlegen. Ich will kein genaues Datum nennen, ansonsten wird wieder in zwei Monaten nach dem Fortschritt gefragt
Claude Mousel (DP)
Bürgermeister von Sandweiler
Lemmer wollte daraufhin wissen, ob der Schöffenrat mit dem Argument Sicherheit Prozeduren umgehe. „Für uns ist das ganz klar eine Testphase“, antwortete Mousel. Seine Schöffenratskollegen und er würden die Situation über „eine Reihe von Monaten“ evaluieren und danach definitive Schlüsse ziehen. Es könne dementsprechend sein, dass etwa die Verengungen in der Straße wieder entfernt würden – oder noch strengere Maßnahmen kämen. Auf die Frage Lemmers, wie lange diese Testphase dauern werde, gab der Bürgermeister an: „Ich möchte mich nicht festlegen. Ich will kein genaues Datum nennen, ansonsten wird wieder in zwei Monaten nach dem Fortschritt gefragt.“
Auf wiederholte Nachfrage von Lemmer nach den Kosten gab der Bürgermeister an, dass diese „unter dem ausschreibungspflichtigen Betrag“ lägen. Auf Insistieren von Massard-Stitz nannte Mousel schließlich einen Kostenpunkt von 40.000 Euro für die Arbeiten.