„Terre Rouge – Topographie du poète“

Warum Fränz Hausemers Dokumentarfilm über Gast Rollinger ein kleines Wunder ist

Wenige Quadratkilometer groß nur ist die Escher Hiehl, und doch unendlich. Ein Hortulus conclusus, ein verschlossener Garten, in dem der Germanist und Sekundarschullehrer, Filmemacher und Dichter Gast Rollinger (1946-2024) aufwuchs, wo er seine kreativen Jahre verbrachte und wo er, am Ende, dem Tod in die Augen schaute. Aufgehoben von der Natur, der Geschichte seines von Industrie und Arbeitsmigration stark geprägten Viertels, geleitet von seiner Traumwirklichkeit, hat er diesen Ort der Weltbegegnung nie wirklich verlassen.

Silhouette einer Kulturlandschaft: Hier hat Rollinger seine elegischen Minettgesänge verfasst

Silhouette einer Kulturlandschaft: Hier hat Rollinger seine elegischen Minettgesänge verfasst Copyright: Jucam/CNA

Beginnen tut Fränz Hausemers „Terre Rouge: Topographie du poète“, der letzten Freitag im Rahmen des Luxembourg City Film Festival gezeigt wurde, mit einer Reihe von Aufnahmen: Ein weißer „Corbillard“ schleppt sich knirschend über einen Feldweg Richtung Waldrand; eine kleine Waldschlucht mit ihren Lichtklecksen und Insektengeräuschen breitet sich menschenleer vor uns aus; der Regen trommelt auf die Dächer des Viertels; ein Eichhörnchen aus Kunststoff hängt an einer Hauswand … Später kommen weitere Bilder dazu, sie zeigen die Todesanzeige der geliebten Mutter an der Wand, eine Liste mit (wenigen) Telefonnummern alter RTL-Weggefährten wie Menn Bodson, Jean Octave und Pilo Fonck.

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