Serie zu Filmklassikern

Warum Don Siegels „Invasion of the Body Snatchers“ nach 70 Jahren erschreckend aktuell bleibt

Das Tageblatt präsentiert in loser Serie Meisterwerke der Filmgeschichte, die 2026 ein Jubiläum haben – dieses Mal Don Siegels „Invasion of the Body Snatchers“ (auf Deutsch als „Die Dämonischen“ in den Kinos). Der Low-Budget-Film von 1956 wird bis heute unter anderem als politische Allegorie auf die antikommunistische Paranoia der Nachkriegszeit und als Metapher für die Tyrannei der McCarthy-Ära gedeutet.

Dana Wynter, King Donovan, Carolyn Jones, Kevin McCarthy (v.l.) in „Invasion of the Body Snatchers“

Dana Wynter, King Donovan, Carolyn Jones, Kevin McCarthy (v.l.) in „Invasion of the Body Snatchers“ Foto: IMDb

Das schlechte Gewissen macht für Macbeth die Nächte zur Qual, nachdem er den wehrlosen König Duncan ermordet hat. Fortan soll der Königsmörder unter Schlaflosigkeit leiden. „Macbeth shall sleep no more“, heißt es in der zweiten Szene des zweiten Aktes von „Macbeth“. Der Filmwissenschaftler Andreas Friedrich erinnert daran, dass der Film, den Don Siegel* – nach dem Roman „The Body Snatchers“ von Jack Finney – im Jahr 1955 schuf, auf Wunsch des Regisseurs und in Anlehnung an William Shakespeare Tragödie eine Zeit lang „Sleep no more“ heißen sollte. Der Produzent Walter Wanger hatte Siegel engagiert, nachdem dieser zuvor für ihn den Gefängnisfilm „Terror in Block 11“ gedreht hatte. Als Drehbuchautor wurde unter anderem Daniel Mainwaring verpflichtet. Ungenannt blieb der junge Sam Peckinpah, der zudem einen Cameo-Auftritt hatte.

Siegel galt zu jener Zeit bereits als Meister der B-Pictures. Aus Chicago stammend, war er nach seinem gescheiterten Versuch, als Schauspieler am Theater Karriere zu machen, in den 30er Jahren nach Hollywood gegangen und hatte sich bei Warner Brothers als Assistent in der Filmbibliothek und dann vor allem als Cutter hochgearbeitet. Er drehte in der Second-Unit-Abteilung Action-Szenen von Filmen wie „To Have and Have Not“ (Howard Hawks, 1944), schuf zwei Kurzfilme und machte sich einen Namen als ein Regisseur, der in der Lage war, mit geringen Budgets und ohne Stars temporeiche Filme zu drehen. Für „Invasion of the Body Snatchers“ waren ursprünglich 420.000 US-Dollar vorgesehen, die Kosten des 80-minütigen Streifens lagen schließlich bei 385.000 Dollar. Als Hauptdarsteller wurden die damals wenig bekannten Kevin McCarthy und Dana Wynter verpflichtet.

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