Interview
Warum Daniel Hellmann als Kuh in High Heels für Tierrechte kämpft und sich den „Roude Léiw“ vorknüpft
Eine Kuh auf Stöckelschuhen? Ja, das gibt es: Die Drag-Figur Soya the Cow ist auf Einladung des „Musée national d‘histoire naturelle“ in Luxemburg zu Gast. Im Kostüm steckt der Schweizer Performance-Künstler Daniel Hellmann. Im Interview spricht er über den Zusammenhang zwischen Drag-Kunst, Tierrechten und einer friedlichen Zukunft.
Setzt sich mit Drag-Kunst für Tierrechte ein: Daniel Hellmann alias Soya the Cow Foto: OIivia Schenker
Tageblatt: Daniel Hellmann, letzte Woche hat das Europäische Parlament beschlossen, dass Veggie-Burger weiterhin als solche bezeichnet werden dürfen. Was lösen solche Debatten bei Ihnen als Veganer und Tierrechtsaktivist aus?
Daniel Hellmann: Der Versuch, solche Verbote durchzubringen, ist für mich ein Armutszeugnis einer Fleischlobby, die spürt, dass ihre Zeit abläuft. Gleichzeitig ist es interessant, dass über Begriffe gestritten wird, aber kaum darüber, dass Millionen Tiere in Schlachthöfen unter prekären Bedingungen leben und sterben. Das Problem wird verschoben, statt benannt.