L’histoire du temps présent
Von der Personenstandsaufnahme zur Erhebung des Volkstums – Teil 3
Amtliche Ermahnung, zur Erhebung des Volkstums in Düdelingen zu erscheinen, unter Androhung einer Geld- oder Haftstrafe Quelle: ANLux, CdZ-A-4307, 59
Am 12. Oktober 1941 stand fest, dass die Luxemburger Resistenz die Ausfüllung der Zählkarten mit den Fragen zur Muttersprache und Volkszugehörigkeit im Rahmen der Personenstands- und Betriebsaufnahme vereitelt hatte und somit – unwissentlich – vorläufig auch den Plan von Gauleiter Gustav Simon, eine Volkstumskartei für die ethnische Homogenisierung Luxemburgs anzulegen.1) Einen Tag später veröffentlichte dann das Propagandaorgan Nationalblatt eine auf den 10. Oktober datierte Verordnung des Gauleiters „über die Anlegung einer Volkstumskartei in Luxemburg“, die „mit sofortiger Wirkung […] von amtswegen eine Erhebung über Volkstum und Staatszugehörigkeit“ veranlasste, dies gemäß Begleittext durch „besonders geschulte Kräfte“.2)