TwingRaid – 1. Etappe

Von Esch nach Poitiers: Kleine Probleme können gute Laune nicht trüben

Die zwei Twingos aus Esch sind auf Kurs. Ziel der Reise: Marokko. Solidarität motiviert die beiden Teams. Ein erster Erfahrungsbericht.

Kleines Problem am Escher Bahnhof mit wartenden Reisenden und Zug im Hintergrund

Erstes kleines Problem bereits am Escher Bahnhof Foto: Christian Schaack

Der erste Tag des Abenteuers begann, wie es sich für eine echte Roadtrip-Geschichte gehört – mit Regen. Schon beim Start in Esch prasselten dichte Tropfen auf die Windschutzscheibe, der Himmel hing tief und graues Licht herrschte vor. Doch die Stimmung im Auto war umso sonniger: Musik an, gute Laune im Gepäck und das Ziel Poitiers klar vor Augen.

Und dann, vor dem Escher Bahnhof nach einem Kilometer, ein erstes Problem: Beim zweiten Auto machte sich ein schleifendes Quietschen am rechten Hinterrad bemerkbar. Ein schneller, fachmännischer Griff am Gummiteil – und nach zwei Minuten war das Geräusch Geschichte.

„Fliegender Teppich“

Auch unser „Fliegender Teppich“, wie wir den Twingo liebevoll nennen, musste einmal kurz stoppen, allerdings aus weniger technischen Gründen. Mein Handy hatte sich unter den Sitz verflüchtigt und ließ sich partout nicht hervorzaubern. Zehn Sekunden Stillstand, eine etwas ungeschickte Verrenkung, und die Sache war erledigt – peinlich, aber wahr.

Nach den ersten Kilometern wich die anfängliche Aufregung einer ruhigen Gelassenheit. Die Autobahn war leer, nur hin und wieder zischte ein TGV in der Ferne vorbei – ein kurzer, silberner Blitz im grauen Panorama. Wenig Verkehr, keine Hektik, nur der gleichmäßige Rhythmus des Twingo-Motors, der trotz beachtlicher Geräuschkulisse zuverlässig wie ein Uhrwerk lief.

Toto passt geheimnisvoll auf einem Weg nach Marokko, umgeben von marokkanischer Landschaft und Atmosphäre

Toto passt. Geheimnisvoll werden die Wege nach Marokko mitunter sein. Foto: Christian Schaack

„Schlafanfall“

Natürlich, ganz ohne Zwischenfälle wäre es ja langweilig gewesen: Ein „Waze-Schlafanfall“ sorgte dafür, dass die Route kurzzeitig aus dem Ruder lief. Zwölf kostbare Minuten irrten wir einen Teil der Strecke zurück, ehe die App wieder zur Besinnung kam.

Die letzten Kilometer nach Poitiers waren überraschend ruhig, fast meditativ. Der kleine Twingo kämpfte sich mit Maximalgewicht tapfer auch über die leichten Steigungen – hier und da ein Stöhnen des Motors, doch am Ende rollte er souverän ans Ziel.

Diese erste Etappe war weniger spektakulär als notwendig – ein Mittel zum Zweck. Doch sie brachte uns entschlossen und in guter Laune ein Stück näher an den großen Start in Irun. Am Montag standen noch die administrativen und technischen Prüfungen an, bevor es am heutigen Dienstag um 12.00 Uhr offiziell losgeht.

Renault Twingo geparkt am Straßenrand, bereit für eine Pause während der bevorstehenden Reise

Auch Twingos müssen rasten. Noch liegt die eigentliche Reise vor ihnen. Foto: Christian Schaack

LGE-Teams im Twingo-Abenteuer

Der Twing Raid ist eine Solidaritätsrallye: Rund 450 Renault Twingo fahren ab heute bis Anfang März durch Spanien und Marokko, teils ohne GPS, und bringen Hilfsgüter sowie Schulmaterial. Aus dem Lycée de Garçons Esch (LGE) sind am Sonntag zwei Teams gestartet – mit Gianni Mersch, Diego Militello, Alain Berg und Christian Schaack. Das Tageblatt verfolgt die „Karawane“ regelmäßig.

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