Grevenmachers Geschichte (IV)
Vom Verlust der Mauer und wie Postkutschen, Dampfschiffe und neue Viertel die Stadt öffneten
Vieles, was wir über die Vergangenheit Grevenmachers wissen, verdanken wir dem Lokalhistoriker Joseph Hurt (1892-1962). Seine Chronik bereitete Monique Hermes, frühere Grundschullehrerin und heutige Bürgermeisterin, in einer Reihe von Beiträgen auf. Diesen Texten folgend, sind wir in vier Etappen durch die Geschichte der Moselmetropole gereist. Zum Abschluss geht es um zerstörte Mauern, neue Verkehrswege und eine Stadt, die über ihre alten Grenzen hinauswuchs.
Am heutigen Schiltzenplatz hielten die Postkutschen und Pferde wurden gewechselt Foto: Marco Goetz
Über Jahrhunderte hatten Mauern Grevenmacher geschützt. Während der französischen Herrschaft unter Ludwig XIV. wurden die Befestigungen zwischen 1684 und 1698 geschleift. Die Stadt sollte militärisch keine Rolle mehr spielen.
Friedlicher wurde das Leben dadurch zunächst nicht. Mehrmals wurde geplündert und verwüstet. Erst unter österreichischer Herrschaft folgte eine längere Zeit des Friedens. Die Stadt erholte sich. 1771 zählte sie 206 Häuser. Die heutige Pfarrkirche entstand und der ehemalige Wachturm erhielt eine neue Aufgabe als Kirchturm.