Sommerserie
Unsere Lieblingsorte (11): Der Saint-Hilaire-Friedhof und seine morbide Faszination
Friedhofstourismus mag einen morbiden Beigeschmack haben. Jedoch haben Grabstätten einen großen historischen Wert. Hinter ihnen verbirgt sich so manche interessante Geschichte. Der außergewöhnlichste Friedhof der Großregion befindet sich im französischen Marville, rund 40 km von der Luxemburger Grenze entfernt.
Das „Ossuaire“ (dt. Beinhaus) des Saint-Hilaire-Friedhofs in Marville Foto: Philip Michel
„Nous avons été comme vous. Vous serez comme nous“: Nichts ist auf dieser Welt so sicher wie der Tod. Und der letzte Weg führt auf den Friedhof. Kein Wunder also, dass die letzten Ruhestätten eine besondere Faszination auf Menschen ausüben. In Luxemburg gibt es eine ganze Reihe bemerkenswerter Friedhöfe. Der „Jousefskierfecht“ in Esch zum Beispiel oder der „Niklos-Kierfecht“ in der Hauptstadt, auf dem sogar Führungen stattfinden. In Clausen gibt es mit dem Deutschen Soldatenfriedhof und dem Malakoff-Friedhof gleich zwei geschichtsträchtige Begräbnisplätze. Und es gibt Friedhöfe, von denen nur wenige wissen. Mitten in Schouweiler versteckt sich so einer. Dort sind gut erhaltene Gräber aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Zum Beispiel das der Eheleute Dominique Schouweiler (1812-1885) und Marie-Aimé Limpach (1818-1886).