Kannerjugendtelefon
„Überall, wo Kinder und Jugendliche sind, gibt es potenzielle Täter“
Das „Kannerjugendtelefon“ ist eine erste Anlaufstelle, wenn Kinder und Jugendliche von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Die Mitarbeiter hören erst mal zu und können anschließend orientieren – das alles passiert anonym, um die Betroffenen zu schützen. Ein Interview mit Barbara Gorges-Wagner, Direktionsbeauftragte des „Kannerjugendtelefon“, über sexualisierte Gewalt an Kindern, die Corona-Krise und warum die Erwachsenen genauer hinschauen sollten.
Kein Kind soll Übergriffe sexueller Art oder Berührungen, die ihm unangenehm sind, aushalten müssen, sagen die Mitarbeiter des „Kannerjugendtelefon“ Symbolbild: Pixabay
Sexueller Missbrauch an Kindern ist ein Thema, über das niemand gerne redet. Schon die Vorstellung, einem Kind oder Jugendlichen sexualisierte Gewalt anzutun, ist so abscheulich, dass ein jeder den Gedanken daran wieder verdrängt – doch die Tabuisierung und Wegschauen ist ein Teil des Problems: „Jeder Erwachsene hat eine Verantwortung gegenüber den Kindern“, sagt die Direktionsbeauftragte des „Kannerjugendtelefon“ (KJT), Barbara Gorges-Wagner.