Ettelbrück
Über den Dächern von Sankt Sebastian – Ein Arbeitsplatz in 60 Metern Höhe
Hinter einem riesigen Geflecht aus Hunderten Stahlrohren, Treppen-Elementen, Platten, Verbindungsstücken und Verschraubungen verbirgt sich zurzeit die Ettelbrücker Pfarrkirche Sankt Sebastian. Wurden in den Jahren 1966 und 1967 umfangreiche Instandsetzungsarbeiten an dieser Kirche durchgeführt, so war es nun an der Zeit, die Dächer dieses mehrteiligen Gebäudes zu erneuern, da an verschiedenen Stellen Wasser eintrat. Das Tageblatt hat sich auf der Baustelle umgesehen.
Für Dachdeckerarbeiten in dieser Höhe braucht es eine spezielle Ausbildung Foto: Toiture Moderne
Auf dem Vorplatz der Kirche angekommen, überkommt einen allein schon beim Betrachten der Arbeiter hoch oben auf den einzelnen Dachebenen ein Schwindelgefühl. Die Nackenmuskulatur versteift sich, das Gleichgewichtsorgan in den Ohren macht kurz Probleme und zugleich schießt einem die Frage durch den Kopf, wie sich die Menschen dort oben, in mehr als 60 Metern Höhe, frei bewegen und dabei noch Schwerstarbeit verrichten können.
Absolute Schwindelfreiheit, ein exzellenter Gleichgewichtssinn und Berufserfahrung seien schon mal Grundvoraussetzungen, so Jean Schumacher, Geschäftsführer der Dachdeckerfirma „Toiture Moderne“ aus Colmar-Berg. „Dazu braucht es umfassende körperliche, fachliche und ausrüstungstechnische Voraussetzungen sowie eine Spezialausbildung für das Arbeiten in solchen Höhen, wie wir sie hier vor Ort haben. Nur zwei Beispiele: Der Kirchturm hat eine Höhe von 60 Metern, die Dachspitze des Kirchenschiffes liegt bei 45 Metern.“