Alain spannt den Bogen
Über das Tetzlaff-Quartett mit Mendelssohn, Widmann und Brahms in der Philharmonie
Im Kammermusiksaal der Philharmonie stand diese Woche Musik von drei Komponisten auf der Tagesordnung, doch wie gelang dem Tetzlaff-Quartett die Umsetzung? Über den Konzertbesuch.
Das Tetzlaff-Quartett beim Konzert in der Philharmonie Foto: Alfonso Salgueiro
Drei Komponisten, die über die Schulter blicken und ihren Vorgängern Respekt zollen, indem sie die Vergangenheit zur Zukunft machen: So in etwa könnte man das Programm dieses Abends im Kammermusiksaal der Philharmonie bezeichnen. Mendelssohn blickt auf die Tradition des Streichquartetts zurück und schafft mit seinem 2. Streichquartett ein vorwärts gewandtes, erstaunlich reifes und tiefgründiges Werk für den damals erst 18-jährigen Komponisten. Jörg Widmann lässt sich von Joseph Haydns Quartett „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers Jesus Christus am Kreuze“ inspirieren und Johannes Brahms trägt die schwere Last, aus dem Schatten des übermächtigen Ludwig van Beethoven zu treten. Durch die Beschäftigung mit der Vergangenheit haben die drei Komponisten wirkliche Zukunftsmusik geschrieben, wie das Tetzlaff Quartett in seinem Konzert sehr deutlich zeigte.