Umwelt

„Top-Prädator“: Ist der nächste Wolf in Richtung Luxemburg unterwegs?

Besser nicht füttern: Zum aktuellen Wolfsnachweis an der Grenze zu Luxemburg hat die Naturverwaltung dieses Bild bereitgestellt

Besser nicht füttern: Zum aktuellen Wolfsnachweis an der Grenze zu Luxemburg hat die Naturverwaltung dieses Bild bereitgestellt Foto: KORA & C. Spadin

In der Nähe zu Luxemburg ist ein Wolf gesichtet worden – der nun auch auf dem Weg Richtung Großherzogtum sein könnte. Das hat die Naturverwaltung am Freitag mitgeteilt.

Einer aktuellen Mitteilung der Luxemburger Naturverwaltung zufolge kam es in den vergangenen Wochen zu mehreren „Wolfsnachweisen“ – nur wenige Kilometer von der Grenze zum Großherzogtum entfernt, im Raum der Gemeinde Étalle in der belgischen Provinz Luxemburg. Dies sei auch von Experten aus Wallonien auf der Basis von genetischen Analysen bestätigt worden.

„Aufgrund der Nähe zu Luxemburg ist es möglich, dass dieses Tier auch in unserem Land durchzieht“, schreibt die Naturverwaltung. Ob und wie lange sich der Wolf weiter in dieser Gegend aufhält, würden die nächsten Wochen zeigen. Weiter heißt es: „In Belgien häuften sich in den letzten Jahren die Meldungen von Wolfsanwesenheit. Neben etlichen Einzelnachweisen konnten im Jahr 2021 im Hohen Fenn Wolfswelpen beobachtet werden.“ Dies zeige, dass dort ein Rudel ansässig sei – auch 2022 habe es dort wieder Nachwuchs gegeben.

In Flandern ist ebenfalls ein Rudel ansässig, in den Niederlanden waren es 2022 derer vier. Es sei daher „nur eine Frage der Zeit, bis sich auch in Luxemburg Wölfe fest ansiedeln werden“. Erste gesicherte Nachweise in Luxemburg gab es 2017 im Raum Holzem-Garnich, 2020 im Raum Niederanven, und 2022 im Raum Wintger. Zudem erinnert die Verwaltung an einen bestätigten Hinweis 2018 in der Nähe von Fouhren. In diesen vier Fällen habe es sich aber wohl nur um „Durchzügler“ gehandelt.

Alle Hinweise auf die Anwesenheit von Wölfen sollen umgehend der Naturverwaltung gemeldet werden – per E-Mail an wolf@anf.etat.lu. Die Behörde erinnert daran, dass der Wolf in ganz Europa streng geschützt ist. Er spiele „eine wichtige Rolle in unseren Ökosystemen, wo er als Top-Prädator seinen Beitrag zur Reduzierung der überhöhten Schalenwilddichten leisten kann“. Luxemburg habe sich in den letzten Jahren bereits auf die mögliche Rückkehr des Wolfs vorbereitet, um von vorneherein den Umgang mit dieser Tierart zu definieren. 

Verhaltensregeln der Naturverwaltung

„Wölfe meiden in der Regel den direkten Kontakt zum Menschen. Begegnungen zwischen Mensch und Wolf sind daher äußerst selten, aber nicht unmöglich. In der Regel ziehen sich Wölfe zurück, sobald sie einen Menschen bemerken, können aber durchaus auch neugierig sein und den Menschen vor dem Rückzug erst einmal genauer mustern. Die Broschüre „Wölfe in Luxemburg?“ (hier als PDF) erläutert neben vielen anderen Informationen über den Wolf auch Verhaltensregeln, die man im Falle einer Begegnung mit dem Wolf einhalten sollte:

Laufen Sie nicht weg, dadurch kann der Jagdinstinkt ausgelöst werden.
Bewegen Sie sich nicht in Richtung des Wolfs. Behalten Sie den Wolf immer im Blick − Augenkontakt sollte dabei vermieden werden.

Machen Sie den Wolf auf sich aufmerksam. Rufen Sie ihm zu und wedeln Sie mit den Armen. Zieht sich der Wolf nicht gleich zurück, sollte man sich langsam zurückbewegen und einen respektvollen Abstand herstellen.

Nähert sich der Wolf weiter, so soll man ihm weiter zurufen und mit Ästen, Steinen oder dergleichen auf ihn werfen.

Probieren Sie nie Wölfe mit Futter anzulocken (auch nicht um Fotos zu machen!).“

(Quelle: Naturverwaltung Luxemburg)

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Für ein breiteres Publikum

Contern ist jetzt live

;