Historisches und architektonisches Esch (72)
Théâtre municipal
Es war das erste Kulturhaus des Landes. Inspiriert wurde es von den „Maisons de la culture“, die 1959 vom ersten Kulturminister Frankreichs, André Malraux, gegründet wurden, der eine Idee des „Front populaire“ übernommen hatte. Diese „Maisons de la culture“ institutionalisierten die ab 1946 in Frankreich geschaffenen regionalen und nationalen Kulturzentren. Ziel war es, die Bevölkerung sämtlicher französischen Regionen in das künstlerische und kulturelle Leben einzubeziehen, insbesondere durch erschwinglichen oder sogar freien Eintritt.
Das Escher Theater heute Foto: Christof Weber
Die Demokratisierung der Kultur war eine Herausforderung, die in Esch von Leuten wie dem jungen Jos Wampach, Generalsekretär des „Syndicat d’initiative“, der der erste Direktor des Stadttheaters werden sollte, in Angriff genommen wurde. Um Erfolg zu haben, mussten sie überzeugen. Ab 1949 taten sie dies mit Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Michel Rasquin durch ein ganzes Programm „kultureller Präfiguration“, das von Anfang an künstlerische Ausstellungen, literarische Vorträge, Konzerte und Theateraufführungen kombinierte.