Esch

Täter hat 54-Jährigen in Sozialwohnung der Gemeinde erstochen

Ein Mann hat laut Staatsanwaltschaft am Samstag in Esch einen 54-Jährigen nach einem Streit erstochen. Bürgermeister Christian Weis nennt einige neue Details.

Spurensicherung und Mordkommission bei Tatortarbeit am Samstag im Einsatz

Die Spurensicherung und die Mordkommission waren am Samstag im Einsatz Foto: privat

Einige Spaziergänger mit Hunden sind am Montag kurz nach 11 Uhr in der Gegend um die rue de Mâcon in Esch unterwegs, ansonsten ist es ruhig. Nur zwei Ermittler der Polizei, die ein Haus verlassen, erinnern an den Vorfall vom vergangenen Samstag. Ein 54 Jahre alter Mann kam nach einem Streit durch Messerstiche ums Leben. Ein 42-Jähriger wurde am Tag selbst festgenommen. Die Staatsanwaltschaft hat gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Mord oder auf vorsätzliche Körperverletzung mit Todesfolge eingeleitet. Eine Autopsie soll die genauen Umstände klären. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Das Tageblatt ist am Montagvormittag in Tatortnähe unterwegs, um Reaktionen der Einwohner einzuholen. Der Grundtenor unter den Befragten: Eine solche Tat sei hier noch nie passiert, aber die Befragten zeigen sich nicht beunruhigt. „Ich mache mir weiter keine Gedanken“, sagt eine Frau, die mit ihrem Hund unterwegs ist. Sie habe nichts mitbekommen und das Opfer nicht näher gekannt. Olga Marceau, die ebenfalls mit ihren Hunden spazieren geht, empfindet den Vorfall als bizarr. „Luxemburg ist nicht mehr so, wie es früher war.“ Sie hat den Polizeieinsatz mit ihrem Handy gefilmt, ab Samstag 14 Uhr habe sie viele Beamte gesehen. Das Opfer habe oft im Garten vor seiner Wohnung gesessen. „Er war eher ein sozialer Mann.“

Madeleine Wagner (87), die nicht weit vom Tatort wohnt, erzählt, dass sie mehrere Rettungswagen gesehen hat. „Polizei konnte ich von meinem Fenster aus jedoch nicht erkennen.“ Sie wohnt bereits seit 62 Jahren in der Gegend. „Es ist ruhig hier.“ In all der Zeit habe sie nie von einer solchen Tat gehört. Sie fühle sich auch weiterhin sicher. Wie oft es in Esch zu aggressiven Vorfällen mit Messern kommt, konnte die Polizei auf Tageblatt-Anfrage nicht sagen.

Neue Details

Bürgermeister Christian Weis drückte den Angehörigen sein Beileid aus

Bürgermeister Christian Weis drückte den Angehörigen sein Beileid aus Foto: Editpress/Julien Garroy

Bürgermeister Christian Weis (CSV) spricht gegenüber dem Tageblatt von einem schlimmen und dramatischen Vorfall. „Das ist keine alltägliche Situation.“ Er könne jedoch nicht behaupten, dass es in Esch weniger sicher als in vergleichbaren Städten sei. Statistiken zur Sicherheit in Esch würden dem „Comité de prévention“, in dem sich Politiker sämtlicher Parteien im Gemeinderat, der Regionaldirektor der Polizei und sein Stellvertreter sowie der Chef der „Agents municipaux“ treffen, vorliegen. Aber: „Ich will keine Aussage zum Sicherheitsstand machen, weil ich das Gefühl habe, dass es zwischen Sicherheitsgefühl und der Sicherheit an sich, verschiedene Vorstellungen gibt.“ Zum Vorfall will er sich nicht äußern. „Die Ermittlung läuft, deshalb kommentieren wir als Stadt nicht.“ Der Bürgermeister bestätigt jedoch, dass die Tat in einer Sozialwohnung der Gemeinde passierte. Der „Service logement“ der Stadt Esch habe vor Ort den Nachbarn Hilfe bei der Verarbeitung der Geschehnisse angeboten. „Mit jedem Einwohner wurde Kontakt aufgenommen.“

Bruno Cavaleiro (CSV), Sozialschöffe der Stadt Esch, erklärt auf Anfrage, dass der „Service logement“ mit Sozialarbeitern und einer „Infirmière spécialisée“ vor Ort war. „Dies geschah, um den Betroffenen die Begleitung zu einem spezialisierten Dienst anzubieten.“ Weitere Angaben zur Tat will er mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht machen.

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