Puzzle-Tauschbörse in Strassen

Stück für Stück zur Ruhe: Was gutes Puzzeln ausmacht

Wie puzzelt man effizienter, ohne den Spaß zu verlieren? Das Tageblatt hat sich bei der Puzzle-Tauschbörse in Strassen umgehört und die besten Tipps, Methoden und Hilfsmittel gesammelt.

Teilnehmer der vierten Puzzle-Tauschbörse im Centre culturel Paul Barblé tauschen fertige Puzzles gegen neue Motive aus

Puzzlerinnen und Puzzler tauschen bei der vierten Puzzle-Tauschbörse im „Centre culturel Paul Barblé“ fertige Motive gegen neue Herausforderungen Fotos: Carole Theisen

Puzzeln ist wohl eines der zeitlosesten Hobbys, die es gibt, und funktioniert gerade deshalb als Gegenentwurf zur Dauerablenkung. In diesem Sinne fand am gestrigen Sonntag im Strassener „Centre culturel Paul Barblé“ die vierte Puzzle-Tauschbörse des Clubs „Aktiv Plus“ statt. Zwischen 9.30 und 12.00 Uhr konnten dort Menschen ihre fertigen Puzzles gegen neue Motive austauschen. Die einzige Bedingung: Die Puzzles müssen vollständig und gut erhalten sein.

Das Tageblatt war vor Ort und hat mit den Teilnehmern gesprochen – über ihre persönlichen Tipps und Tricks, bewährte Methoden und kreative Hilfsmittel, mit denen sie strukturierter, organisierter und effizienter puzzeln.

Tipp 1: Der Platz entscheidet über den Erfolg

Bevor das erste Teil liegt, sollte die wichtigste Frage geklärt sein: Wo wird gepuzzelt? „Das hängt zuerst davon ab, wie groß das Puzzle am Ende ist und ob man einen Platz hat, an dem es liegen bleiben kann“, sagt Monique Decker, 59, aus Strassen. „Ideal ist ein Ort, an dem man in Ruhe arbeiten kann, ohne ständig alles wegräumen zu müssen.“

Wer keinen eigenen Raum zur Verfügung hat, kann improvisieren. Decker empfiehlt eine einfache, aber effektive Lösung: „Eine stabile Holzplatte, auf Maß zugeschnitten. Die bekommt man im Baumarkt. So kann man das Puzzle auch transportieren, ohne alles zu zerstören.“

Diese pragmatische Herangehensweise hat sie selbst früh genutzt. „Schon während meines Abschlussexamens auf ‚Première‘ hat mir das Puzzeln geholfen, in stressigen Phasen den Kopf freizubekommen“, erzählt Decker. Unter dem Dach habe sie sich eine kleine Ecke eingerichtet und das alte Zeichenbrett ihres Vaters verwendet. „Es war groß genug, um in Ruhe zu puzzeln. Die Pausen zwischen den Lernphasen wurden so zu echten Erholungsmomenten und ich konnte mich wieder besser konzentrieren.“

Vollständig erhaltenes Puzzle mit bunten Teilen – nur komplette Puzzles werden getauscht für gemeinsamen Spielspaß

Vollständig und gut erhalten: Getauscht werden nur Puzzles, die noch komplett sind – damit der Spaß für alle erhalten bleibt Carole Theisen

Tipp 2: Erst der Rand

Kaum ein Rat wird so häufig genannt wie dieser. „Ich fange immer mit dem Rahmen an“, sagt Decker. „Die Randteile erkennt man leicht, weil sie eine gerade Seite haben.“ Auch Jessica Grillini, 38, bestätigt diese Methode – selbst im Wettbewerb. „Zuerst der Rand. Das ist Standard.“ Danach werde nach Farben oder Mustern gearbeitet, je nach Motiv. Grillini puzzelt nicht nur zum Spaß. Sie nimmt an Wettbewerben teil – meist in Belgien, denn in Luxemburg gibt es keine offiziellen Turniere. „Man arbeitet in Teams, und sobald ein Puzzle fertig ist, bekommt man das nächste“, erklärt sie. Zehn Puzzles in zehn Stunden sind keine Seltenheit.

Tipp 3: Sortieren spart Zeit – aber bitte mit System

Unsortierte Teile sind der häufigste Grund für Frustration. Mehrere Puzzler setzen deshalb auf klare Ordnung. Alexandra Collin, 42, arbeitet mit Sortierboxen. „Das sind kleine Kästen, sogenannte Puzzle-Sorter. Ich sortiere nach Bildbereichen: Himmel, Mond, Wasser.“ Nach dem Rand widmet sie sich einem Motivteil nach dem anderen. „Ich suche gezielt die Teile, die zusammengehören, und lasse die schwierigsten Flächen bis zum Schluss. Am Ende müssen nur noch Lücken gefüllt werden. Das ist einfacher, als von Anfang an alles gleichzeitig zu machen.“ Auch Grillini sortiert konsequent.

Puzzle mit buntem Motiv in verschiedenen Stadien, das je nach Komplexität wenige Tage bis mehrere Wochen dauert

Je nach Motiv kann ein Puzzle wenige Tage oder mehrere Wochen in Anspruch nehmen Carole Theisen

Tipp 4: Mobil bleiben – mit der richtigen Unterlage

Nicht jeder Haushalt erlaubt es, ein Puzzle tagelang liegen zu lassen. Für viele ist Flexibilität entscheidend. Collin nutzt deshalb eine Puzzle-Rollmatte. „Ich kann das Puzzle einfach einrollen, wenn ich den Tisch brauche.“ Ihr Modell fasst bis zu 2.000 Teile und ist stabil genug, um auch transportiert zu werden.

Wichtig sei die Qualität. „Ich rate von billigen Filzmatten ab. Die sind oft schlecht verarbeitet und kommen zerknittert an.“ Ihre Empfehlung: Bewertungen lesen und auf eine rutschfeste Unterseite achten. „Lieber einmal etwas mehr ausgeben als sich ständig ärgern.“

Alexandra Collin organisiert ihren Arbeitsplatz mit Sortierboxen und Puzzle-Rollmatte auf kleinem Raum effizient

Alexandra Collin nutzt Sortierboxen und eine Puzzle-Rollmatte, um auch bei wenig Raum organisiert arbeiten zu können Carole Theisen

Tipp 5: Das Bild im Kopf behalten

Während manche alles auf dem Tisch ausbreiten, arbeitet Jérôme Marquart, 49, stärker aus der Erinnerung. „Ich präge mir das Bild genau ein“, sagt er. „Dann öffne ich die Schachtel und beginne.“ Für ihn ist das Bild im Kopf eine Art innere Landkarte. „So weiß ich schneller, wo ein Teil hingehören könnte.“

Marquart setzt zudem ausschließlich auf Ravensburger-Puzzles. „Die Qualität ist einfach besser.“ Sollte doch einmal ein Teil fehlen oder beschädigt sein, habe er gute Erfahrungen mit dem Kundenservice gemacht. Hilfsmittel nutzt er kaum. „Ich habe nur ein Brett in der richtigen Größe. Mehr brauche ich nicht.“

Monique Decker startet Puzzle auf stabilem Untergrund mit großzügigem Platz für entspanntes Puzzeln

Monique Decker beginnt jedes Puzzle mit ausreichend Platz und einem stabilen Untergrund Carole Theisen

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