Kronospan
Staub, Lärm, Gestank: Wie der Holzwerkstoffproduzent Anwohnern den Tag vergrault
Der Holzwerkstoffhersteller Kronospan steht wegen Holzstaub, Lärm und Geruch in der Kritik. Ein Betroffener berichtet im Gespräch mit dem Tageblatt, wie sich das im Alltag auswirkt. Die Bürgermeisterin von Sanem setzt vor allem auf Dialog.
Das Kronospan-Werk im Gewerbegebiet Gadderscheier Foto: Editpress/Georges Sold
Der 71-jährige Jerry Schilling wohnt seit über 40 Jahren in Zolver, knapp einen Kilometer Luftlinie vom Industriegebiet Gadderscheier entfernt. Auf seinem Balkontisch kehrt er regelmäßig Holzstaub auf, der vom Holzwerkstoffproduzenten Kronospan hinübergeweht wurde. Dann packt er die Proben in Umschläge und schreibt das Datum darauf. Mehrere habe er bereits dem Umweltministerium gegeben, sagt er.
Kronospan gehört zu den weltweit größten Herstellern von Spanplatten. Im Jahr 1994 ließ sich das österreichische Unternehmen in Sanem nieder und produziert dort u.a. Holzfaserplatten, Spanplatten und Laminat. Durch die Holzverarbeitung und -verbrennung fallen, abgesehen von der Geräuschkulisse, Unmengen an Staub, Gasen und Holzfasern an – sehr zum Leidwesen der Anwohner.