Luxemburgensia
Starkes Band, schwacher Text: „Ein starkes Band“ von Maryse Krier
Maryse Kriers Novelle „Ein starkes Band“ handelt von einer gescheiterten Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen. Der Text ist formal bemüht, die Figurenzeichnung flach, die Handlung vorhersehbar und das Lektorat schlampig, sodass das Interesse an der an sich interessanten, mit literarischen Referenzen gespickten Erzählung schnell abflacht.
Die Autorin Maryse Krier
Unverhofft trifft Emma Becker (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen französischen Schriftstellerin, die in „La maison“ über ihre zweijährige Erfahrung als Berliner Prostituierte schreibt) in Esch/Alzette auf die Doppelgängerin ihrer damaligen besten Freundin Nelly Smith, die nach dem Abi spurlos verschwunden ist. Die Begegnung lässt Emma keine Ruhe – fortan geht ihr die Freundschaft mit Nelly, der rebellischen Querdenkerin, nicht mehr aus dem Kopf. Emma beschließt, herauszufinden, was Nelly damals dazu bewegt hat, urplötzlich nach England auszuwandern und sich nie wieder bei ihrer besten Freundin zu melden.