Kasemattentheater

Sprungbrett für Generationen: Eine Bühne feiert Geburtstag

Von der Armut über Identitätsfragen bis zu Klimawandel, Krieg und Verheerung, vom Absurden und dystopischen Theater bis zum zeitgenössischen Recherchetheater – auf den luxemburgischen Bühnen werden in Zeiten des Rückschritts und der Ohnmacht verstärkt politische Themen behandelt. Eine, die sich seit ihrer Gründung vor 60 Jahren der Avantgarde verpflichtet, feiert am 11. Dezember den 60. Geburtstag: das Kasemattentheater. 

Schauspielerin, Regisseurin, Autorin – und Präsidentin: Eugénie Anselin, hier in „Schnouky“ in der Regie von Antoine de Saint Phalle

Schauspielerin, Regisseurin, Autorin – und Präsidentin: Eugénie Anselin, hier in „Schnouky“ in der Regie von Antoine de Saint Phalle Foto: Bohumil Kostohryz/Kasemattentheater

Meinen ersten Besuch einer Vorstellung im Kasemattentheater habe ich nicht in guter Erinnerung. Es war vor gut 20 Jahren und zugleich mein erster Theaterbesuch in Luxemburg. Neu im Land, im Unwissen über die hiesige Theaterszene und mich wundernd, was die kleine Bühne in einer versteckten Nebenstraße meines Wohnviertels Bonneweg wohl mit den berühmten Kasematten zu tun hatte, half mir auch die Vorstellung des Stücks von André Link, dessen Namen ich längst vergessen habe, nicht viel weiter. Ich war etwas hilflos ob der Frage, wie ich mit der belanglosen Inszenierung umgehen sollte: mit wohlwollendem Gestus oder mit scharfer Feder. Ich entschied mich für die Zurückhaltung.

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