Kino
Spiegel seiner Zeit: James Gunns neuer „Superman“ und die Geschichte einer Projektionsfläche
Seit mehr als acht Jahrzehnten ist Superman ein fester Bestandteil der Popkultur. Als einer der ersten Superhelden überhaupt prägte er das Genre nachhaltig und wurde zur Vorlage für zahllose weitere Figuren. Doch Superman ist mehr als nur ein Mann mit übermenschlichen Kräften – er ist ein Spiegel seiner Zeit, eine Projektionsfläche für Ideale, Ängste und Hoffnungen der amerikanischen Gesellschaft.
Menschlicher und optimistischer als seine Vorgänger: David Corenswet interpretiert den Helden als nahbaren Charakter Foto: Warner Bros. Entertainment
Man kennt seine imposante Statur, den entschlossenen Blick, das wehende rote Cape. Sein blau-roter Anzug und das leuchtende „S“ auf der Brust – mehr Symbol als Kleidungsstück – stehen für Hoffnung, Mut und Gerechtigkeit. Superman wurde 1938 von den jüdisch-amerikanischen Autoren Jerry Siegel und Joe Shuster geschaffen. Sein Debüt in Action Comics #1 markiert nicht nur den Beginn einer neuen Comic-Ära, sondern auch die Geburt des Superheldengenres. Die Figur entstand in einer Zeit des Umbruchs: Die USA befanden sich noch in den Nachwehen der Großen Depression und die Welt stand am Rande des Zweiten Weltkriegs. Superman war eine Antwort auf diese Krisen – ein Hoffnungsträger, der für Gerechtigkeit kämpfte und die Schwachen beschützte.