Von Trauer bis Zuversicht
So reagiert die Luxemburger Literaturszene auf die Schließung von „Op der Lay“
Im September verliert Luxemburg einen Traditionsverlag: „Op der Lay“ stellt den Betrieb nach 33 Jahren ein. Claudine Muno verliert ihr Zuhause, Cosimo Suglia bangt um die Bücher – und Roland Kayser ist zuversichtlich. Wie es zur Entscheidung kam und was sie bedeutet.
Die Leitung von „Op der Lay“ hat entschieden: Der Verlag schließt im September seine Türen Foto: Isabel Spigarelli
„Ich verliere mein literarisches Zuhause.“ Das sagt die Autorin Claudine Muno zur Schließung des Verlags „Op der Lay“ im September. Muno blieb dem Betrieb seit ihrem Debüt 1996 treu, 2004 brachte sie ihm mit dem Roman „frigo“ den „Prix Servais“ ein. „Wir arbeiten seit 30 Jahren zusammen. Ich bin dankbar und traurig, auch wenn ich die Entscheidung nachvollziehen kann“, sagt sie. „Ich mache dem Team keinen Vorwurf.“
Muno zählt zu den ersten Literaturschaffenden, deren Bücher der Verlag publizierte. Er wurde 1993 von Renée Weber und Robert „Gollo“ Steffen in Diekirch gegründet. Erste Veröffentlichungen mit dem Label erschienen bereits 1987. Ende 2018 übernahmen Eric Steffen – Robert Steffens Sohn – und Doris Bintner die Leitung nebenberuflich. Bis heute verlegen sie Belletristik und Jugendliteratur auf Luxemburgisch, Deutsch und Französisch. Im September ist nach 33 Jahren Schluss.