Luxembourg Museum Days 2026

So feiert Luxemburg den Museumstag

Die ICOM organisiert seit 1977 den Internationalen Museumstag – 2026 fällt er auf den 18. Mai. In Luxemburg widmen die Museen dem Tag das ganze Wochenende. Das Motto dieses Jahr: „Les musées unissent un monde divisé.“

Symbolbild: Am Wochenende laden Luxemburgs Museen zu den jährlichen „Luxembourg Museum Days“ ein

Am Wochenende laden die hiesigen Museen zu den jährlichen „Luxembourg Museum Days“ ein Foto: Editpress-Archiv/Fabrizio Pizzolante

Ziel der diesjährigen Ausgabe des internationalen Museumstags ist es, zu verdeutlichen: Museen können Brückenbauer zwischen verschiedenen Welten sein – durch Dialog, Verständnis, Inklusion und Frieden. Da in Luxemburg der Begriff „Museum“ breit gefächert ist, beteiligen sich nicht nur öffentlich geführte Geschichts- oder Kunstmuseen. ICOM Luxemburg bindet auch kleinere thematisch ausgerichtete Institutionen mit musealem Anspruch in die „Luxembourg Museum Days“ ein. Unter der Devise „Hop, hop an de Musée!“ sind 2026 rund 35 Museen beteiligt.

Wenn von thematisch angelegten Museen die Rede ist, dann gilt es, diese in verschiedene Kategorien einzuordnen: Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, Wertschätzung von Bodenschätzen (Erz und Schiefer), Erfinder und Schriftsteller (Tudor und Hugo), Fotografie (Family of Man), Brauchtum um Traditionen, Natur- und Landesgeschichte sowie Archäologie und Bildende Kunst. Die teilnehmenden Einrichtungen reichen vom hohen Norden bis in den Süden an der französischen Grenze.

Angebot im hohen Norden

Gab es letztes Jahr weniger Teilnehmer als 2024, so sind es 2026 noch weniger als 2025. Spitzenreiter ist selbstredend die Stadt Luxemburg mit acht Museen vor Esch/Alzette mit drei. Die Einrichtungen verteilen sich wie folgt: Binsfeld bietet im „Musée Rural A Schiewesch“ mit 21 Räumen und 50 verschiedenen Einblicke ins Landleben. In Clerf gibt es selbstredend die im Unesco-Register „Mémoire du monde“ eingeschriebene „Family of Man“-Expo und das Museum „Bataille et Châteaux“. Wiltz verfügt nicht nur über ein Schloss und eine Freilichtbühne, vielmehr gestalten sich das „Pomjeesmusée an der Géitz“ und das „Musée national d’art brassicole“ mit Verkostung von Bier als Attraktionen. Das Kindermuseum „Plomm“ wird im Programm hingegen nicht mehr aufgeführt.

In Vianden wartet mit der „Maison de Victor Hugo“ ein kleines, aber feines Haus für Literaturfreunde auf. Bereichert wird die Erinnerung an den bedeutenden Schriftsteller durch eine von Marie-Josée Kerschen geschaffene Bronze-Statur von Victor Hugo, den man auf einer Bank sitzend berühren kann. Hinweise auf die Entwicklung der Stadt finden sich im „Musée de la Ville de Vianden“. In Esch an der Sauer erinnert die „Draperie“ an eine jahrhundertealte Tradition der Textilproduktion.

Mit einem Angebot weniger als im letzten Jahr haben in Diekirch noch zwei Museen ihre Tore am Wochenende geöffnet: das „Musée d’histoire(s) Diekirch“ und das „Musée national d’histoire militaire“. Das „Conservatoire national de véhicules historiques“ wird nicht mehr erwähnt.

Wer nach Rindschleiden fährt, kann sich das „Thillenvogtei-Haus“ ansehen. Bis nach Martelingen ist es nur ein Katzensprung. Im „Musée de l’Ardoise“, das bis 42 Meter in die Tiefe reicht, wird an einen interessanten Wirtschaftszweig erinnert. Besondere Aufmerksamkeit richtet sich aktuell an den Schieferabbau, da sich dieser Standort für eine Aufnahme in das Unesco-Welterbe, wie das Kulturministerium kürzlich bestätigte, beworben hat. An beiden Tagen kann man die Grube „Johanna“ in Obermartelingen besuchen. In Ettelbrück können Interessierte am „General Patton Memorial Museum“ der schweren Zeit zu Kriegsende gedenken.

Allerlei im Osten und Süden

Entlang der Sauer gibt es in Echternach das „Abtei Museum“, das unter anderem an den heiligen Willibrord erinnert, außerdem bietet die „Réimervilla“, die mit einem neuen Logo für ihre prachtvollen Nutzgarten und die Überreste einer römischen Villa wirbt, einen Rückblick auf die Geschichte des Landes. Etwas abgelegen gibt es in Rosport das „Tudor“-Museum zu erkunden, das auf die Entdeckungen des Industriellen Henri Tudor verweist. Mittlerweile hat sich in Beckerich zudem ein Museum für „Energien“ eingerichtet. Spannend für junge Besucher, da man spielerisch einem „Banditen“ auf die Spur kommen kann. Dieses „Escape Game“ findet samstags statt.

Schon gewusst?

Der internationale Museumsrat International Council of Museums (ICOM) feiert 2026 sein 80. Jubiläum. Dem Netzwerk gehören heute über 45.000 Museen und Fachleute aus 132 Ländern an. Es bestehen 119 nationale Komitees, wie ICOM Luxembourg. Der luxemburgische Ableger wurde im Juli 2017 mit dem Ziel gegründet, die lokale Branche zu vertreten. Seit 2021 koordiniert er die Museumsnacht in Luxemburg-Stadt und die „Luxembourg Museum Days“. (is)

Verschiedene Mosel-Ortschaften sind ebenfalls mit von der Partie. In Grevenmacher wartet das „Kulturhuef Museum“ mit einem vielseitigen Programm (Spielkarten, Druckerei und zahlreichen Workshops) auf, Ehnen zeigt sein „Wäinhaus“, Bech-Kleinmacher bietet einmal mehr Events im „Possenhaus“ an und in Schengen steht unter anderem das neu aufgemotzte „Europamuseum“ bereit. Erwähnen wir auch das „Musée de l’aviation luxembourgeoise“ im Kur- und Casinostädtchen Mondorf.

Im Süden des Landes sind die bewährten Institutionen bekannt: In Rümelingen bleibt das „Musée national des mines“ ein spektakulärer Anziehungspunkt, Düdelingen ist mit seinen Galerien und dem CNA stets eine Stippvisite wert, derweil in Esch/Alzette drei Einrichtungen Besucher anziehen – das „Museum der Resistenz und Menschenrechte“, die 2021 geschaffene „Konschthal“ und das „Schmelzaarbechter Museum“. Weisen wir auch auf das „Großherzogliche Polizei-Museum“ in Capellen hin. In Peppingen gibt es das „Musée rural et artisanal“ und das „Musée de Calèches Grand-Duchesse Charlotte“ zu entdecken.

Acht Museen in Luxemburg-Stadt

In Luxemburg-Stadt winkt das reichhaltigste Angebot mit Mudam, MNHA, Villa Vauban, Casino Luxembourg, Museum für Naturgeschichte, „Musée Dräi Eechelen“, dem neuen „Musée des douanes et accises“, Tram- und Busmuseum sowie dem „Lëtzebuerg City Museum“. Über Führungen, Workshops oder Kinderanimation sollte man sich beim jeweiligen Museum informieren.

Warten Mudam und MNAHA mit bekannten Ausstellungen und viel Animation auf, so sei auf die besonderen Führungen im „Lëtzebuerg City Museum“, unter anderem gmit Neckel Scholtus (die Luxemburg 2026 bei den Fotowochen in Arles vertritt) und „Family edition“, sowie zwei Expos hingewiesen. Im „Casino Luxembourg – Forum d’art contemporain“ finden Ateliers zum Thema „Paint Your Film“ und andere Workshops statt, derweil das „Musée Dräi Eechelen“ den Fokus auf Geschichte und „Fancy medals“ richtet.

Symbolbild: An den „Luxembourg Museum Days“ können Museum-Fans Kunst und mehr entdecken

Seit 2021 koordiniert ICOM Luxembourg die Museumsnacht in Luxemburg-Stadt und die „Luxembourg Museum Days“ Foto: Editpress-Archiv

Im „Naturmusée“ im Grund geht es unter anderem um den „Lëtzebuerger Sandsteen“, Insekten und andere Tierarten. Die Villa Vauban im Stadtpark ist in Wechselstimmung, doch können neben den auslaufenden Ausstellungen auch Tickets für die Kasematten unter dem Park gebucht werden. In Zeiten, in denen die neue Tram zig Mitfahrende anzieht und die Strecke noch ausgebaut wird, lohnt es sich, einen Blick in das „Musée des tramways et des bus de la Ville de Luxembourg“ zu werfen. Nostalgie ist hier angesagt.

Wer am Wochenende also Lust hat, einen lehrreichen Abstecher in eines der genannten Museen zu machen, hat an diesen „Luxembourg Museum Days“ erneut die Qual der Wahl. Kleiner Tipp: Lassen Sie sich überraschen. Der Eintritt zu allen Einrichtungen ist frei.

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