Esch
Sie müssen draußen bleiben: Wenn schlechte Informationspolitik der Gemeindedienste seltsame Blüten treibt
Mitte Februar informierte die Stadt Esch ihre Einwohner über den Austausch der Wasserzähler. Seitdem herrscht Funkstille, was sechs Monate später zu absurden Situationen führen kann. Ein Erlebnisbericht.
Gut zehn Minuten dauerte der Austausch des Wasserzählers. Mindestens ebenso lang die Diskussion an der Haustür. Foto: privat
Donnerstag, 8.30 Uhr, es klingelt an der Tür eines Hauses im Dellhéicht-Viertel. Ein französischsprachiger Arbeiter einer Heizungs- und Sanitärfirma erklärt, dass er da sei, um den Wasserzähler auszutauschen. Er präsentiert dem Bewohner ein plastifiziertes DIN-A4-Blatt. Auf der einen Seite stehen Erklärungen seiner Firma, auf der anderen Seite der Auftrag der Stadt Esch, unterschrieben vom Chef der technischen Dienste. Schön und gut, denkt sich der Hausbesitzer, so etwas ist mit minimalen Computerkenntnissen leicht zu fälschen. Also verlangt er vom Arbeiter das Vorzeigen des Personalausweises. Der Mann macht gute Miene zum bösen Spiel und präsentiert seine „Carte d’identité“. Ganz offensichtlich ist es nicht das erste Mal, dass man ihm an der Haustür mit Skepsis begegnet, was er später im Gespräch bestätigen wird.