Rue Glesener in Luxemburg-Stadt

„Service de logement“ überlastet – Mieterschutz protestiert gegen Zwangsräumung

Der neu gegründete Mieterschutz will sich mit einer ersten Protestaktion gegen den Rauswurf von acht Haushalten in Luxemburg-Stadt wehren. Die Familien leben in prekären Situationen und haben bisher keine andere Bleibe gefunden, erklärt Mieterschutz-Gründer Jean-Michel Campanella.

Jean-Michel Campanella setzt sich gegen die Zwangsräumung in der rue Glesener ein

Jean-Michel Campanella setzt sich gegen die Zwangsräumung in der rue Glesener ein Foto: Editpress/Julien Garroy

„Der ‚Service de logement’ der Stadt Luxemburg ist zurzeit komplett überlastet wegen der Krise“, erklärt Jean-Michel Campanella gegenüber dem Tageblatt. Die in der hauptstädtischen rue Glesener ansässigen Mieter haben auch deswegen keine neue Bleibe gefunden – und würden voraussichtlich in nächster Zeit aus ihren Wohnungen geworfen werden. Die betroffenen Haushalte – darunter befinden sich einige mit Kindern – würden sich in einer prekären Situation befinden und aufgrund der hohen Mietpreise keine neue Wohnung finden. Der Mieterschutz hat deswegen am Freitagabend um 18 Uhr eine Protestaktion vor der Residenz organisiert.

Am 31. August war der Auszug eigentlich fällig, momentan drohen die Besitzer mit einer Sperrung des Wäscheraums sowie dem Abschalten von Heizung und Strom. Der Besitzer der acht teilmöbilierten Studioappartements ist Campanella zufolge eine Holding, die im Besitz von spanischen Geschwistern ist und überall in Luxemburg-Stadt Immobilien besitzt. Noch sei die Polizei nicht eingeschaltet worden, sagt Campanella. Viele Vermieter würden jedoch nicht realisieren, dass die Krise keineswegs vorbei ist und dass gerade Menschen mit niedrigerem Bildungsstand in Sektoren arbeiten, in denen sie nach dem Verlust ihrer Arbeit nicht so schnell wieder Anschluss finden. Der Mieterschutz fordert deswegen, dass die Mietvereinbarungen verlängert werden und endlich konkrete Maßnahmen gegen die Zwangsräumung getroffen werden würden.

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