Luxemburg-Stadt
Schöffe Goldschmidt über Mobilitätspläne: „Fahrrad ist mir auch ganz wichtig“
Drei Jahre nach der Gemeindewahl nimmt der hauptstädtische Mobilitätsschöffe Patrick Goldschmidt (DP) eine Bestandsaufnahme vor. Im Interview spricht er über Tempo 30 während der Schobermesse, die Zukunft der „vel’OH!“-Räder und stellt sich der Frage nach seinen Ambitionen auf das Bürgermeisteramt.
Seit rund 13 Jahren ist Patrick Goldschmidt (DP) für die Mobilität in Luxemburg-Stadt zuständig Foto: Editpress/Julien Garroy
Tageblatt: Als Mobilitätsschöffe der Stadt Luxemburg hören Sie von Opposition und Bevölkerung immer wieder, die Hauptstadt sei autozentriert. Wie sehen Sie das?
Patrick Goldschmidt (DP): Wenn ich schaue, was sich in den vergangenen Jahren getan hat, haben inzwischen fast alle Straßen nur noch eine Fahrspur für Autos – manchmal zwei, wie beim Boulevard Royal. Das ist aber auch eine Hauptachse. Zugänge zur Stadt braucht es nicht nur für den Individualverkehr, sondern auch für Polizei, Feuerwehr und Lieferanten. Wir haben ein großes Volumen an Autos, aber wir haben dieses bereits reduziert, indem wir Leute für den öffentlichen Transport gewonnen haben. Was oft vergessen wird: Täglich kommen über 100.000 Menschen von außerhalb in die Stadt. Es ist extrem schwer für den Mobilitätsschöffen der Hauptstadt, ihnen vorzuschreiben, wie sie herkommen sollen. Ich bin ja nicht zuständig für den öffentlichen Transport von weiter her. Tatsächlich birgt der öffentliche Transport das größte Potenzial, um den Verkehr zu reduzieren. Das heißt aber nicht, dass die sanfte Mobilität nicht dazu beitragen kann.