Windpark

Sanftes Rauschen statt rauchender Türme: Infoversammlung in Bürmeringen

Gut hundert Personen haben am Mittwochabend im Kulturzentrum Maus Kätti in Bürmeringen an der Informationsveranstaltung zum geplanten Windpark teilgenommen. Veranstalter war die Gesellschaft OekoStroum.

Bürger aus den benachbarten französischen Kommunen hatten den Saal bereits vor der Fragestunde verlassen

Bürger aus den benachbarten französischen Kommunen hatten den Saal bereits vor der Fragestunde verlassen Foto: Editpress/Claude Lenert

Themen wie Windkraft können mitunter polarisieren. Bei der Informationsversammlung am Mittwoch in Bürmeringen blieb der Protest jedoch vergleichsweise moderat. Einige Bedenken der Gegner lassen sich selbst mit der besten Informationskampagne wohl kaum ausräumen, anderen könnte, so die Gesellschaft OekoStroum, durchaus zufriedenstellend Rechnung getragen werden. Bürger aus den benachbarten französischen Kommunen wirkten dennoch unzufrieden. Einige verließen die Versammlung bereits vor der Fragerunde.

Gezeigt wurden detaillierte Pläne für die fünf Windräder des Windparks Bürmeringen. Jedes ist 260 Meter hoch mit einer Spannweite von 175 Metern. Mit einem Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro handelt es sich um das derzeit größte Projekt der beteiligten Firmen. Das Vorhaben ist seit 2017 in Planung. Ein Baubeginn wäre, wenn alles planmäßig verläuft, frühestens Ende 2027, hieß es am Mittwoch.

Obwohl die Versammlung stellenweise etwas langatmig wirkte, deckte sie ein breites Spektrum an Informationsbedarf ab und vermittelte einen Eindruck von gründlicher Vorbereitung: ausgiebig recherchiert, erfasst, gemessen und analysiert, statt „ins Blaue“ geplant.

Hoher Energiebedarf

Im Zentrum stand die Notwendigkeit erneuerbarer Energien. Luxemburg habe einen hohen Energiebedarf, der bislang überwiegend aus fossilen Quellen gedeckt werde. Alternative Energien wie Windkraft, Solarpanels und Biomasse seien notwendig, um diese Abhängigkeit zu reduzieren. Sie könnten obendrein lokal produziert und genutzt werden. Windenergie sei besonders geeignet und passende Standorte wie Bürmeringen seien rar. Die Abstände zu Wohngebieten seien ausreichend; lediglich ein Windrad liege, laut aktueller Planung, unter einem Kilometer von Häusern entfernt. Das sei deutlich mehr Abstand als bei vergleichbaren Projekten im Ausland und auch in Luxemburg.

Es gab Informationen zu Umwelt- und Sicherheitsaspekten, welche eine große Rolle spielen und die eingehalten werden müssen, um eine Betriebsgenehmigung zu erhalten. Lärmpegel von maximal 37 Dezibel und Schattenwurf seien gesetzlich geregelt und laut Studien unbedenklich. Auch die Flugrouten von Vögeln und Fledermäusen seien sorgfältig untersucht worden, um sensible Arten zu schützen. Anhand von Fotomontagen wurde gezeigt, wie der künftige Windpark in der Landschaft aus verschiedenen Perspektiven wirken werde. Wichtig zu erwähnen sei, dass die Windräder in Luxemburg in einem hellen Farbton gehalten würden und die Beleuchtung nur bei Bedarf aktiviert werde.

Die fünf Windräder sollen jährlich rund 65 GWh Strom produzieren, was dem Verbrauch von etwa 64.000 Haushalten entsprechen würde.

Kein Referendum

Die Gemeinde Schengen stehe dem Projekt grundsätzlich offen gegenüber, so Bürgermeister Michel Gloden, und unterstütze erneuerbare Energien. Man werde folglich auch nicht gegen ein privates Windparkprojekt auf ihrem Gebiet vorgehen. Zu erwähnen ist in dem Kontext, dass jüngst im Gemeinderat einstimmig eine Resolution gegen Atomenergie und für alternative Energien verabschiedet wurde. Ein Referendum hätte keinen Einfluss, da die Gemeinde das Projekt nicht verhindern könnte, sofern alle Vorschriften eingehalten werden, so Gloden.

Von der Wand des Kulturzentrums in Bürmeringen blickt die berühmte Maus Kätti schelmisch auf den Saal. Am Mittwochabend schien die Figur zu fragen, ob manche Besucher sich eher an den harmlos rauschenden Windrädern störten als an den rauchenden Kühltürmen des Atomkraftwerks im bedrohlich nahen Cattenom.

Wer sich näher über Windräder informieren möchte, findet weitere Informationen unter bund-naturschutz.de (Stichwort: Windkraft).

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