Gemeinde Kayl/Tetingen

Romain Daubenfeld übernimmt das Amt des Zweiten Schöffen von Brian Halsdorf

Nur ein Jahr nach seinem Amtsantritt trat der Zweite Schöffe von Kayl/Tetingen aus beruflichen Gründen zurück. Die lokale LSAP-Sektion nominierte den Nächstgewählten ihrer Liste, Romain Daubenfeld, als Nachfolger.

Romain Daubenfeld hat sein Schöffenamt im Kayler Rathaus begonnen

Romain Daubenfeld hat sein Schöffenamt im Kayler Rathaus begonnen Foto: Pierre Schreiner

In der Gemeinderatssitzung vom 14. September 2026 teilte Bürgermeister Jean Weiler (CSV) offiziell den Rücktritt von Brian Halsdorf wegen Unvereinbarkeit mit seiner neuen Tätigkeit in der Magistratur mit. Vergangene Woche vereidigte Innenminister Léon Gloden den neuen Schöffen Romain Daubenfeld (LSAP), einen erfahrenen Kommunalpolitiker mit über 40 Jahren Engagement.

Das Tageblatt stellte ihm fünf Fragen zu seinem neuen Amt.

Romain Daubenfeld, Sie sind im Gemeinderat die kritische, aber stets konstruktive Stimme der LSAP. Welche Facette Ihrer politischen Persönlichkeit nehmen Sie mit in den Schöffenrat – und welche wird dort vielleicht stärker sichtbar als bisher?

Wie Sie schon sagten: Ich habe meine Meinung nie zurückgehalten und werde das auch künftig nicht tun. Jeder, der mich kennt, weiß, dass mir soziale Fragen besonders am Herzen liegen. Ich werde mich weiterhin für die Belange unserer Kinder und unserer älteren Mitbürger einsetzen.

Das größte Problem bleibt jedoch der Verkehr – in den Spitzenstunden ertrinken wir buchstäblich in unserem eigenen Verkehrsaufkommen

Wenn Sie auf die kommenden Jahre blicken: Welche Entwicklungen und Herausforderungen werden Ihrer Meinung nach die Gemeinde Kayl/Tetingen prägen – und was bedeutet das für die Menschen, die hier leben?

Wir werden Ende dieses Jahres mehr als 10.000 Einwohner in unserer Gemeinde haben, und damit wachsen auch die Herausforderungen: bezahlbarer Wohnungsbau, die Betreuung unserer Kinder, eine gute Schulinfrastruktur, lebenswerte Dorfkerne und eine verlässliche Anbindung an den öffentlichen Transport. Das größte Problem bleibt jedoch der Verkehr – in den Spitzenstunden ertrinken wir buchstäblich in unserem eigenen Verkehrsaufkommen. Dieses Problem lässt sich nicht isoliert lösen, sondern nur regional. Kultur- und Sportinfrastrukturen sind gut vorhanden und werden auf dem „Crassier“ weiter verbessert.

Mit welchen Ressorts werden Sie künftig betraut sein, und welche persönlichen Schwerpunkte möchten Sie dort setzen? Was liegt Ihnen inhaltlich besonders am Herzen?

Meine Ressorts sind: Soziales, Integration, Chancengleichheit und Inklusion, Jugend, Bürgerbeteiligung, Senioren, Sport und Freizeit. Auch wenn jedes Ressort für mich sehr wichtig ist, so habe ich es schon angesprochen: 20 Jahre Sozialamt, davon zwölf Jahre als Präsident, prägen einen. Es liegt auf der Hand, dass das Soziale sowie die Ressorts Sport und Drittes Alter zu meiner Schwerpunktarbeit gehören werden.

Wenn man wie ich 40 Jahre Gemeindepolitik macht, lässt man sich nicht unter Druck setzen und arbeitet im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger

Das Koalitionsabkommen sieht vor, dass Sie das Amt des Zweiten Schöffen für zwei Jahre ausüben, bevor es an die CSV übergeht. Wie gehen Sie persönlich mit dieser zeitlichen Begrenzung um? Arbeiten Sie unter dem Druck, Ihre Ziele in kurzer Zeit umzusetzen – oder sehen Sie Ihre Rolle eher darin, Grundlagen zu schaffen, die später weitergeführt werden?

Sie sagen es in Ihrer Frage: Es ist ein Koalitionsabkommen, das ich mitunterschrieben habe. Die Zusammenarbeit mit unserem Koalitionspartner ist gut, und meine Aufgabe besteht darin, das Koalitionsabkommen umzusetzen, damit meine Nachfolgerin auf dieser gemeinsamen Basis weiterarbeiten kann. Wenn man wie ich 40 Jahre Gemeindepolitik macht, lässt man sich nicht unter Druck setzen und arbeitet im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger.

In zwei Jahren endet Ihr Mandat als Schöffe. Haben Sie für sich schon entschieden, ob Sie danach wieder in den Gemeinderat zurückkehren – und wie blicken Sie auf diese mögliche Rückkehr?

Sollte meine Partei mit meiner Arbeit zufrieden sein, bin ich bereit, mein Mandat im Gemeinderat zu Ende zu führen. Das wird in den parteiinternen Gremien zu gegebener Zeit entschieden.

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