Luxemburg
„Reise ins Unbekannte“: Gesetz zum Kulturerbe verlangsamt den Wohnungsbau
Die Freude über das neue Gesetz ist geteilt. Im Kulturministerium herrscht Erleichterung darüber, den Schutz des heimischen Kulturerbes auf den neuesten Stand gebracht zu haben. Das schreibt Ministerin Sam Tanson („déi gréng“) im Vorwort der Infobroschüre zum Prinzip der „präventiven Archäologie“. Es gilt seit Februar 2022 für Bauvorhaben. Architekten hingegen fürchten unkalkulierbare Folgen für ihre Klientel, die Bauherren.
Das Gesetz zum Schutz von Kulturerbe regelt, dass vor der Erschließung des Baugrundstücks Sondage- und eventuell Grabungsarbeiten durchgeführt werden müssen – auf Kosten der Bauherren Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
„Vor 20 Jahren war das Arbeiten als Architekt in Luxemburg paradiesisch im Vergleich zu heute“, sagt Stephan Hain (54). Zu dem Zeitpunkt siedelte er sich mit seinem Architektenbüro in Wasserbillig in einer Nische an. Er und seine sechs Angestellten sind spezialisiert auf biologisch-ökologisches Bauen. „Es gab auch damals schon Vorschriften, ganz klar“, sagt er. „Aber es war menschlicher.“