Ein Winter fast wie früher

Regen, Schnee oder sogar Schneesturm – Wettermodelle für zweite Wochenhälfte sind sich uneins

Der Winter zeigt sich endlich mal wieder ein wenig „wie früher“, das mit eisigen Nächten und teils außergewöhnlich tiefen Temperaturen. Doch im Verlauf der Woche gerät die Wetterlage zunehmend in Bewegung, denn der Atlantik meldet sich zurück und bringt Turbulenzen ins Spiel. Besonders die zweite Wochenhälfte verspricht Spannung.

Winterliche Niederschläge könnten am Donnerstag auftreten, doch für Freitag sind die Prognosen noch unsicher

Winterliche Niederschläge könnten am Donnerstag auftreten, doch für Freitag sind die Prognosen noch unsicher Foto: Editpress/Alain Rischard

Zu Wochenbeginn liegt Luxemburg noch klar unter dem Einfluss polarer Luftmassen. Tiefdruckgebiete über Nord- und Nordosteuropa drücken die Kälte weit nach Westen, unterstützt von einem Hochdruckgebiet im Bereich der Azoren. Diese Konstellation sorgte zuletzt nicht nur für strenge Fröste, sondern auch für Schneeschauer, da zeitweise feuchte Luft in die kalte Grundschicht eingebettet wurde.

Ab der Wochenmitte zeichnet sich jedoch ein grundlegender Wandel ab: Über dem Nordatlantik etabliert sich eine ausgeprägte Tiefdruckzone, entlang derer immer neue Tiefkerne ostwärts ziehen. Diese „Zugstraße“ verläuft in etwa von südlich der Britischen Inseln über die Benelux-Staaten bis nach Nordosteuropa. Damit gewinnt der Atlantik wieder an Einfluss, was den weiteren Verlauf deutlich unruhiger macht. Ein möglicher Schlüsseltermin ist dabei der Freitag.

Außergewöhnlich tiefe Temperaturen in den Nächten

Die vergangenen Nächte brachten teils bemerkenswerte Tiefstwerte. Die Kombination aus klarem Himmel, vorhandener Schneedecke und polaren Luftmassen ermöglichte eine starke nächtliche Auskühlung. Im Norden des Landes wurden lokal Temperaturen deutlich unter -15 Grad gemessen, am kältesten war es an der ASTA-Station in Breidfeld mit -17,4°C. Solche Werte sind inzwischen eine Seltenheit und erinnern eher an frühere Winter, die einige Jahrzehnte zurückliegen. Damals waren zweistellige Minuswerte viel häufiger.

Diese Kälte markiert jedoch bereits den Höhepunkt der aktuellen Phase. Mit dem Herannahen der atlantischen Tiefdrucksysteme beginnt sich die Luftmasse langsam zu verändern.

Der Freitag ist besonders im Fokus

Nach einem zunächst noch recht ruhigen Dienstag mit Auflockerungen bei aufgelöstem Nebel erreicht am Mittwoch von Westen her eine weitere Front das Land. Sie bringt erneut Schneefall, dessen Intensität in den Modellen allerdings zunehmend abgeschwächt wird. Am Donnerstag sind nochmals winterliche Niederschläge möglich, doch gleichzeitig setzt bereits ein Übergang zu etwas milderer Luft ein.

Kniffliger wird es ab Donnerstagabend und insbesondere in der Nacht auf Freitag. Dann könnte Luxemburg vorübergehend in den Warmsektor eines Sturmtiefs geraten, das von den Britischen Inseln in Richtung Deutschland zieht. In diesem Fall würden die Temperaturen kurzfristig deutlich ansteigen, sodass Schnee rasch in Regen übergeht.

Der Freitag selbst birgt erhebliches Potenzial: Der Tiefkern soll aktuellen Berechnungen zufolge nur knapp nördlich an Luxemburg vorbeiziehen. Dadurch könnten wir sowohl in den Einflussbereich starker Winde als auch auf die Rückseite des Systems gelangen, wo erneut kältere Luft einströmt. Einige Modellläufe zeigen hier sogar ein ausgeprägtes Schneesturm-Szenario. Noch ist diese Entwicklung jedoch mit großen Unsicherheiten behaftet. Details wie Zugbahn und Intensität müssen in den kommenden Tagen weiter beobachtet werden. In trockenen Tüchern ist noch nichts.

Auch für das Wochenende bleibt Tiefdruck bestimmend. Je nach genauer Lage der Systeme sind weitere Niederschläge zu erwarten, teils als Regen, teils als Schnee. Das europäische Modell sieht um die Monatsmitte eine stabilere Phase, während das amerikanische GFS auf seinem turbulenten Trip bleibt.

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