Rue Jean-Pierre Michels

Poller und Staus erschweren Durchfahrt für Rettungsdienste in Esch

In der rue Jean-Pierre Michels in Esch kommt es regelmäßig zu Staus, die den Verkehrsfluss erheblich verlangsamen. Bilder aus sozialen Medien zeigen eine Ambulanz, die sich im dichten Verkehr nur schwer vorarbeiten kann. Während ein Zeuge von wiederkehrenden Blockaden berichtet, verweisen Gemeinde, Polizei und Rettungsdienst auf unterschiedliche Zuständigkeiten.

Stau in Jean-Pierre-Michels-Straße Esch mit Rettungswagen, blockierte Radweg-Poller erschweren Ausweichen der Autos.

In der Jean-Pierre-Michels-Straße in Esch kommt es regelmäßig zu Staus – auch Rettungswagen stecken dann fest. Die Poller entlang des Radweges (hier links im Bild) machen das Ausweichen der Autos quasi unmöglich. Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

In der rue Jean-Pierre Michels in Esch kommt es insbesondere zu Stoßzeiten regelmäßig zu stockendem Verkehr. Fahrzeuge stehen teils über längere Zeit still. Für Aufmerksamkeit sorgten zuletzt auch Bilder in den sozialen Medien: Sie zeigen eine Ambulanz mit eingeschaltetem Blaulicht, die sich im dichten Verkehr nur langsam vorarbeiten kann.

Krankenwagen blockiert Straße, Autofahrer weichen in Lücken zwischen Pollern aus, um Rettungsfahrzeug passieren zu lassen

Erst nach ungefähr zehn Minuten konnte der Krankenwagen passieren – Autofahrer müssen Nischen zwischen den Pollern finden, um Platz zu machen Foto: privat/Alex Heyar

„Da stand alles still, es ging gar nichts mehr vorwärts“, schildert der Zeuge Alex Heyar, der die Situation vor Ort beobachtet und fotografiert hat, telefonisch. Laut Heyar handelt es sich nicht um eine einmalige Situation.

Vor allem durch die Nähe zum „Centre hospitalier Emile Mayrisch“ (CHEM) wird die Frage aufgeworfen, wie gut Einsatzfahrzeuge die Straße im Bedarfsfall passieren können. Nach Angaben des Zeugen war dies in der beobachteten Situation kaum möglich. „Es gab keine Möglichkeit, auszuweichen – weder nach rechts noch nach links. Alles war blockiert“, beschreibt Heyar die Lage.

Chaotische Verkehrssituation mit aufgeregten Autofahrern, aufgenommen von Beifahrer Alex Heyar bei einem Stau.

Laut Alex Heyar, der als Beifahrer Fotos machte, hat sich schnell Aufregung bei den Autofahrern breitgemacht. Er beschreibt die Situation als „chaotisch“. Foto: privat/Alex Heyar

Poller im Fokus

Demnach habe die Ambulanz erst weiterfahren können, nachdem sich der Verkehr teilweise aufgelöst habe. „Sie musste warten, bis sich der Stau aufgelöst hat. Das dauerte etwa zehn Minuten“, so Heyar.

Im Mittelpunkt der Diskussion steht der durch Poller abgetrennte Fahrradweg. Diese sind in relativ engem Abstand angebracht und verhindern, dass Fahrzeuge im Bedarfsfall auf den Radstreifen ausweichen können.

Die Stadt Esch erklärt auf Nachfrage, dass die Poller installiert wurden, um ein konkretes Problem zu beheben: In der Vergangenheit seien der Fahrradweg sowie teilweise auch der Gehweg regelmäßig durch falsch parkende Fahrzeuge blockiert gewesen. Dies habe sowohl die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern beeinträchtigt als auch den Verkehrsfluss gestört.

Ziel der Maßnahme sei es daher gewesen, den Fahrradweg dauerhaft freizuhalten und gleichzeitig sicherzustellen, dass beide Fahrspuren für den motorisierten Verkehr genutzt werden können. Zudem weist die Gemeinde darauf hin, dass die Straße rund sechs Meter breit ist. Theoretisch sei es somit möglich, dass sich größere Fahrzeuge wie Busse und Einsatzfahrzeuge begegnen können. Die Verkehrssituation werde weiterhin beobachtet und analysiert.

Unterschiedliche Zuständigkeiten

Konkrete Hinweise auf Behinderungen von Rettungsfahrzeugen liegen der Gemeinde bislang nicht vor. Das CGDIS teilt diesbezüglich auf Anfrage des Tageblatt mit: „Leider ist es uns nicht möglich, so kurzfristig objektive Daten zu dieser Anfrage zu erheben. Die Verantwortung liegt hier ohnehin eher bei der Polizei als beim Rettungsdienst.“

Die Pressestelle der Polizei erklärt auf Nachfrage: „Nach Rücksprache mit der regionalen Direktion sind der Polizei keine entsprechenden Meldungen bekannt. Die Polizei ist hier auch nicht unbedingt der richtige Ansprechpartner, da die Signalisierung und Infrastruktur nicht in unseren Zuständigkeitsbereich fallen – sondern in den der Gemeinde.“

Offene Fragen

Damit bleibt unter anderem offen, wer die Situation im Hinblick auf die Durchfahrt von Einsatzfahrzeugen konkret bewertet. Während die Gemeinde auf die theoretische Breite der Straße verweist, beschreiben Beobachtungen vor Ort eine andere Situation im dichten Verkehr.

Unklar ist zudem, nach welchen Kriterien die Poller in diesem engen Abstand installiert wurden und ob alternative Lösungen geprüft wurden, die sowohl den Fahrradverkehr schützen als auch im Bedarfsfall mehr Flexibilität ermöglichen.

Die aktuellen Diskussionen zeigen damit, dass die praktische Nutzung der Straße im Alltag unterschiedlich wahrgenommen wird – insbesondere in Situationen, in denen mehrere Anforderungen gleichzeitig aufeinandertreffen.

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