Fotografie
Paulo Jorge Lobo: Streifzüge eines Fotopoeten in der Stadt des Lichts
Der in Differdingen aufgewachsene Paulo Jorge Lobo hat sich längst als Fotograf einen Namen gemacht. In seinen Büchern zeigt er neben seiner Stärke in der Straßen- und Porträtfotografie ein großes poetisches Talent. Jüngst ist ein Band über Lissabon erschienen.
Filipa und Brian am Ufer des Tejo Foto: Paulo Jorge Lobo
Ein Schweizer Seemann und Bordmechaniker verlässt in Lissabon sein Schiff. Er beschließt, nicht mehr in den lärmenden Maschinenraum zurückzukehren, und erkundet die Stadt am Tejo. Mit einer Kamera in der Hand zieht er durch die Straßen. Der von Bruno Ganz gespielte Mann liebt seine Frau, die in Basel auf ihn wartet. Dennoch beginnt er eine Affäre mit einer Angestellten des Hotels, in dem er wohnt. Die Handlung des 1982 gedrehten Films „Dans la ville blanche“ von Alain Tanner wirkt ziellos und zugleich ruhig. Der poetische Streifen beschreibt den Seelenzustand eines Mannes am Scheideweg. Dabei sind einzelne Passagen auf Super-8-Film eingebaut. Ein Kritiker nannte den Film des Schweizer Regisseurs, der den morbiden Charme der portugiesischen Hauptstadt in meisterhafter Manier wiedergibt, eine „Eloge auf die Weltflucht“.