Die Ordnung als Kulisse
Patrouillieren fürs gute Gefühl: Was bringt eigentlich Luxemburgs Lokalpolizei?
Die „Police locale“ verspricht Bürgernähe, Prävention und mehr Sicherheit. Doch je weiter das Modell aus den Problemvierteln der Städte hinaus in beschaulichere Gemeinden wandert, desto mehr drängt sich eine Frage auf: Schützt hier die Polizei oder vor allem das Bild von ihr?
Das Modell erfreut sich offenbar wachsender Beliebtheit: Auch Mondorf und Schengen haben beim Innenministerium einen Antrag auf Einführung einer Lokalpolizei gestellt Foto: SIP/Julien Warnand
„Die Polizei, dein Freund und Helfer“ ist einer dieser Sätze, die in der Theorie wärmer klingen als in der Praxis. Wer mit Blaulicht aus dem Verkehr gewunken wird, denkt eher selten an Freundschaft. Und doch arbeitet die Regierung seit geraumer Zeit daran, das Bild der Polizei neu zu justieren: weg von der überwiegend repressiven Eingreiftruppe, hin zu einer sichtbaren, ansprechbaren, beinahe alltagsnahen Ordnungsmacht. Für Innenminister Léon Gloden (CSV) scheint die Lokalpolizei dafür das passende Format zu sein. Sie ist zu Fuß unterwegs, ansprechbar und präsent. Fast könnte man meinen: Der Dorfpolizist kehrt zurück, nur diesmal mit blauer Armbinde.