Kultur-News
Octavie Modert hat ein Déjà-vu, Stille durch Schwarz und eine Vernissage in Vianden
Was bewegte die Kulturszene diese Woche? Und welche Events sollten Kunst-Fans sich nicht entgehen lassen? Ausgewählte Neuigkeiten auf einen Blick.
Was die Kulturszene bewegt Foto: Pexels
EXPO Schwarz, das bleibt: Monique Becker bringt Stille auf die Leinwand
„Where the Light Goes Quiet“ ist keine Ausstellung für den flüchtigen Blick. Wer verweilt, erkennt schnell – bei Monique Becker ist Schwarz nicht einfach eine Farbe, sondern ein Raum. Es nimmt Licht auf, anstatt es zu reflektieren, und genau das macht die besondere Ruhe dieser Arbeiten aus. Die Künstlerin bringt es selbst auf den Punkt: „Black is not absence but presence.“ Die Bilder wirken still, sind aber voller Spannung.

Monique Becker inmitten ihrer Werke Foto: Lou Philipps
Aus der Distanz erscheinen manche Leinwände wie ruhige Flächen. Aus der Nähe zeigt sich eine zweite Ebene: Schichten, Spuren, Übergänge, feine Reibungen. Es ist, als hätte die Oberfläche Zeit gespeichert. Fragil und zugleich robust, streng und dennoch emotional. Vieles bleibt offen, entfaltet seine Wirkung Schritt für Schritt mit Zurückhaltung. Das Publikum bleibt hängen, weil es spürt: Das ist Kunst, die nicht sofort alles preisgibt.
Viele Bilder beginnen bei Monique Becker mit Weiß. Drei Werke sind in der Ausstellung sogar ganz weiß geblieben, nicht als Spiel mit Minimalismus, sondern als klarer Ausdruck: Der Anfang ist Endpunkt zugleich.
Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Valerius Gallery und zeigt Arbeiten aus fast einem Jahrzehnt. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.
„Where the Light Goes Quiet“, Galerie Indépendance (BIL), 69 route d’Esch, Luxemburg. Bis zum 22. Mai 2026, Montag bis Freita von 8.30 bis 17.00 Uhr, Eintritt frei. (gg)
AUFRUF Projekte für „Journées européennes du patrimoine“ gesucht
Das Kulturministerium und das „Institut national pour le patrimoine architectural“ lanciert einen Projektaufruf zu den „Journée européennes du patrimoine“ (16. bis 18. Oktober). Die Tage stehen unter dem Motto „Patrimoine en péril: raviver, résister, réinventer“.
1985
entstanden die „Journées européennes du patrimoine“ während der zweiten europäischen Konferenz der zuständigen Ministerien im spanischen Granada, wo auch die „Konvention von Granada“ zum Schutz des Architektur-Erbes verabschiedet wurde
Der Aufruf richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an Organisationen und Institutionen. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 11. Mai, die Dossiers können entweder auf journeesdupatrimoine.lu oder per Mail an journeespatrimoine@inpa.etat eingereicht werden. Auf der genannten Webseite gibt es weitere Infos. (ispi)
ZITAT DER WOCHE
Mir souze schonn an der leschter Legislaturperiod, hei fir iwwert Problemer am CNA ze diskutéieren, sou datt een sech scho ka froen: Sinn dat strukturell Problemer, ëm déi et geet?
Octavie Modert
CSV-Abgeordnete in der Sitzung der Kulturkommission zu den Missständen im CNA in Düdelingen – mehr zum Fall gibt es unter anderem in der Tageblatt-Ausgabe vom 26. Februar

Die CSV-Abgeordnete Octavie Modert – hier nicht in der „Chamber“, sondern im Weinberg Foto: Hervé Montaigu
KONZERT Bei Maskénada gehen die Lichter aus
Das Kunstkollektiv Maskénada lädt am Sonntag, dem 1. März, um 17.00 Uhr zum Auftakt der Konzertreihe „An der Däischtert“ ein. Versprochen wird ein musikalisches Erlebnis der beosnderen Art – denn bei den Auftritten ist es zappenduster. Die Musik kommt ohne Verstärker, Musikanlage und anderes technisches Equipment aus. Auf der Bühne? Der Musiker und Mitbegründer des Kollektivs, Serge Tonnar. Es folgen weitere Termine im März, Schauplatz ist die „Banannefabrik“ in Luxemburg-Stadt. Maskénada zufolge ein Event „fir déi, déi wierklech lauschtere wëllen. Fir déi, déi sech selwer e Bild wëlle maachen. A fir all déi, déi den Tonnar net kënne gesinn, hei sinn si net eleng.“ Weitere Infos: maskenada.lu. (ispi)
VERNISSAGE Zwei Wege, ein Blick: Jean-Claude Salvi und Thierry Lutz stellen in Vianden aus
Jean-Claude Salvi und Thierry Lutz treten erneut gemeinsam in Erscheinung. Diesmal setzen sie bewusst einen anderen Akzent: Unter dem Titel „Photos/Peintures: deux voies, une exposition“ zeigen sie zwei persönliche, klar getrennte künstlerische Wege. Fotografie hier, Malerei und Objekte dort.

Jean-Claude Salvi (l.) und Thierry Lutz stellen in Vianden aus Foto: Lutz/Salvi
Die Ausstellung läuft bis zum 22. März (Veiner Konschtgalerie, 6, impasse Léon Roger). Vernissage ist am Sonntag, dem 1.00 März, um 17 Uhr, inklusive musikalischer Performance (Piano Pieno). Geöffnet ist die Expo mittwochs bis sonntags von 14.00 bis 18.00 Uhr.
Beide sind Kunstlehrer: Thierry Lutz ist inzwischen in Pension, Jean-Claude Salvi unterrichtet weiterhin. Inhaltlich treffen zwei Haltungen aufeinander, die sich gut ergänzen, ohne sich zu vermischen. Salvi sucht in seinen Fotografien Poesie im Leeren, erzählt stille Geschichten von Reise, Moment und Vergänglichkeit. Lutz hingegen steuert in „einer Welt, die in alle Richtungen auseinanderdriftet“ bewusst Richtung Licht. Seine Arbeiten wollen etwas in uns anstoßen, aufwecken, aufrichten.
Ganz nebenbei ist die Ausstellung ein hübscher Anlass, Vianden mal wieder zu besuchen: ein Spaziergang zur Burg, ein Abstecher ins Victor-Hugo-Haus und dazwischen Kunst von Lutz und Salvi. (mago)