Literatur
Nora Osagiobare entlarvt in „Daily Soap“ den Alltagsrassismus mit satirischen Mitteln
Über den staatlichen und strukturellen sowie den sich in Gewalt äußernden Rassismus wurde schon viel geschrieben. Die Schweizer Autorin Nora Osagiobare nimmt in ihrem Debütroman die alltäglichen Formen der Diskriminierung in der eidgenössischen Gesellschaft auf tragikomische Art und Weise auf die Schippe.
Die Autorin: Nora Osagiobare Foto: Barbara Sigg
Das Bellevue ist der Ort schlechthin, um sich in Zürich mit jemandem zu treffen. Der Platz, zwischen Altstadt, Limmat und Zürichsee gelegen, befindet sich an einem Verkehrsknotenpunkt mit der Tramstation, dem Kiosk und dem Kino „Le Paris“. Hier fängt die Geschichte von Anneli und Thor an, zweier verlorener Seelen, einer Schweizerin und eines Nigerianers. Sie wird in „Daily Soap“, Nora Osagiobares erstem Roman, als für Verschwörungstheorien anfällige Impf- und Abtreibungsgegnerin eingeführt, er als süchtig nach Red Bull. Beide sind die Eltern von Toni, die Erzählerin in dem Roman, obwohl ihr leiblicher Vater der ebenfalls aus Nigeria stammende Maler Louis Efe di Cabrio ist, mit dem Anneli eine Affäre hatte.