Hesperingen
„Néckelsbréck“ ist dauerhaft gesperrt – wie es nun weitergeht
Der Frühling lädt zum Spazieren und Radeln ein, doch eine marode Brücke sorgt in Hesperingen für Frustration: Die „Néckelsbréck“ ist wegen Hochwasserschäden gesperrt. Im Gemeinderat wurde die Zukunft der Brücke thematisiert.
Fußgänger und Radfahrer merken erst auf halber Strecke, dass die Holzbrücke gesperrt ist Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Die „Néckelsbréck“ sollte in Hesperingen eigentlich eine Überquerung der Alzette sowie einen Rundgang entlang des Flusses ermöglichen. Die wichtige Verbindung zwischen der rue Sangen und der Fahrradstrecke PC1 ist allerdings seit Anfang März aus Sicherheitsgründen gesperrt. Fußgänger und Fahrradfahrer bemerken dies erst, wenn sie vor der Holzbrücke ankommen. Sie müssen anschließend auf halber Strecke wieder umkehren. Christiane Streef (DP) machte während der Gemeinderatssitzung vom 20. März auf diese Problematik aufmerksam. Sie wollte zudem wissen, wie es um die Brücke steht und wie es mit ihr weitergeht.
„Das Problem hat mit den Überschwemmungen vom 3. Januar 2024 angefangen“, sagte Schöffe Guy Wester (CSV). Damals seien „Anomalien“ an der Brücke festgestellt worden. Anschließend wurde analysiert, ob eine Renovierung oder ein Neubau der Brücke die günstigere Option darstellen würde. „Im Februar 2024 wurden dem Schöffenrat die verschiedenen Varianten vorgestellt und wir haben uns für den Bau einer neuen Brücke entschieden.“ Das hätte den Vorteil, die „Néckelsbréck“ für Fahrradfahrer und Fußgänger anzupassen, so Wester.
Wenn die Alzette jetzt Hochwasser hätte, wäre die Brücke tot
Guy Wester
CSV-Schöffe
Vor allem die hohe Feuchtigkeit vor Ort macht der Holzbrücke zu schaffen. Zuerst wurde eine Stahl-Holzkonstruktion mit einem Betonunterbau angedacht. Diese sei jedoch zu schwer und kostenintensiv geworden. Stattdessen habe man sich für eine Option mit Glasfaser entschieden. „Der Vorteil eines solchen Projektes wäre, dass wir nur noch vier Stützen bräuchten. Das heißt, wir würden keine mehr ins Wasser setzen. Damit wären wir nicht mehr von Problemen durch Hochwasser geplagt“, sagte Wester. Falls die Brücke als Fahrradstrecke genutzt werde, könnte die Gemeinde zudem 32 Jahre lang von staatlichen Subventionen profitieren. Vorher muss das Neubauprojekt jedoch ausgeschrieben werden. Mit dem Baubeginn wäre Wester zufolge aber erst 2027 zu rechnen.
Der Schöffe machte mehrmals auf den schlechten Zustand der Brücke aufmerksam, der für die Gemeinde überraschend kam. „Jetzt haben wir Glück, dass es nicht regnet“, sagte Wester. „Wenn die Alzette jetzt Hochwasser hätte, wäre die Brücke tot.“
Nach den Erklärungen des Schöffen zeigte Gemeinderätin Streef Verständnis für die lange Sperrung der Brücke. Sie bemängelte allerdings, dass nicht ausreichend im Vorfeld vor der Sperre gewarnt werde: „Wenn Leute spazieren gehen oder gemeinsam mit Kindern auf dem Fahrrad unterwegs sind – das Auto geparkt haben und eine Rundfahrt planen, merken sie erst vor der Brücke, dass sie den weiten Weg wieder zurück müssen.“
Die Brücke sieht von weitem idyllisch aus, ist allerdings aus Sicherheitsgründen gesperrt Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante