Gemeindewahlen

Nach Rücktritten: Fels sucht neue Lokalpolitiker

Die Gemeinde Fels organisiert Anfang Juni Ergänzungswahlen nach zwei Rücktritten im Gemeinderat. Gleichzeitig spricht Bürgermeister Mirko Martellini über die wachsende Belastung der Lokalpolitik.

Einwohner von Fels stimmen im Juni bei kommunaler Abstimmung ab, Wahlurne und Wahlbeteiligung symbolisch dargestellt

Die Einwohner von Fels werden im Juni zur Urne gebeten Foto: Editpress/Hervé Montaigu, Montage: Jenny Füldner

„Die Lokalpolitik ist sehr zeitintensiv“, sagt Mirko Martellini am Donnerstag im Gespräch mit dem Tageblatt. Der 35-Jährige ist seit drei Jahren Vater – und Bürgermeister von Fels. Zusammen mit seiner Frau arbeitet er für eine Renovierungsfirma. Der gesetzlich zugeschriebene „Congé politique“ reiche insgesamt nicht aus, sagt er.

In Fels stehen Ergänzungswahlen an. Diese wurden erforderlich, da zwei Mitglieder des Gemeinderates zurückgetreten sind. Laut einem Brief der Kommune, der an die rund 2.000 Einwohner verteilt wurde, handelt es sich dabei um die Rätin Liz Heintz sowie um die ehemalige Bürgermeisterin Natalie Silva. Beide Rücktritte erfolgten aus privaten Gründen: Heintz ist aus der Gemeinde weggezogen und Silva wechselte beruflich ins Innenministerium. Die Wahlen finden am 7. Juni statt. Weitere Informationen sollen noch folgen.

Bürgermeister Mirko Martellini aus Fels

Der Bürgermeister von Fels, Mirko Martellini Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Die Lokalpolitik von Fels wurde in den vergangenen Monaten durch unterschiedliche Ereignisse aufgewühlt. Im Dezember stimmte Schöffin Ana Teresa Marques Lima gegen den Haushalt. Hintergrund war ein Streit um das Budget des „Syndicat d’initiative“, von dem Lima Präsidentin war. Mit den Vorwürfen des Interessenkonflikts konfrontiert, gab sie dieses Mandat auf. Der Bürgermeister sagt dazu: „Wir haben uns zusammengesetzt, miteinander diskutiert und das Thema ist für uns erledigt.“

Nach den Rücktritten aus dem Gemeinderat hat nun Luc Jemming vor, sein Schöffenamt niederzulegen. Auch das bestätigt Martellini auf Nachfrage. Jemming habe ihn am Dienstag über diese Entscheidung informiert und unter anderem gesundheitliche Gründe genannt.

Millionenprojekte zwischen Familie und Beruf

Das politische Mandat geht mit einer großen Verantwortung einher. Der Haushalt der Gemeinde beträgt laut Bürgermeister jährlich neun bis zwölf Millionen Euro. Er könne daher nachvollziehen, warum sich so viele aus der Lokalpolitik zurückziehen. Für die Ausübung des Bürgermeisteramts stehen ihm rund 21 Stunden die Woche zur Verfügung. Dazwischen muss er seinem Beruf nachgehen. „Die Arbeit, die heute übrigbleibt, bleibt auch noch morgen da liegen. Es gibt niemanden, der diese Arbeit übernimmt“, so Martellini.

Zu den Projekten, an denen derzeit in der Gemeinde gearbeitet wird, zählen unter anderem Kanalisierungsarbeiten und der Ausbau des Glasfasernetzes. Vor allem der Bau einer neuen „Maison relais“ steht bald bevor. „Es ist das größte Projekt, das wir bisher gemacht haben. Wir reden hier von 15 bis 16 Millionen Euro“, sagt Martellini. Die derzeitige Kapazität reiche bei weitem nicht aus: „Wir haben eine ‚Maison relais‘, aber die ist winzig und die Warteliste ist groß.“ In dem neuen Gebäude sollen demnach 260 Kinder Platz haben. Genug, um die Warteliste streichen zu können. Die Fertigstellung sei für 2028 geplant. Ab dann werde auch eine 30er-Zone vor der Schule eingeführt, so der Bürgermeister.

Beim Fußballplatz sollen außerdem eine neue „Buvette“ sowie ein Multifunktionsraum entstehen: „Jeder Verein und jeder Bürger der Gemeinde kann diesen Raum dann nutzen.“ Doch vorerst steht eine andere Aufgabe an: den Gemeinderat nach den Rücktritten wieder zu vervollständigen.

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