Medienbericht
Mutmaßliche Folter: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen vier Polizisten
Symbolbild Foto: Vincent Lescaut
Luxemburgs Staatsanwaltschaft klagt vier Polizisten wegen mutmaßlicher Folter an – das berichtet das Luxemburger Wort (LW) am Dienstagabend in einem Artikel. Mehrere Beamte sollen Ende Mai 2023 einen Betrunkenen in einer Zelle des Bahnhofskommissariats misshandelt haben (das Tageblatt berichtete). Die Staatsanwaltschaft will die Beamten deshalb nun vor eine Kriminalkammer des Bezirksgerichts stellen – zuvor müsse allerdings festgestellt werden, ob „genügend Elemente für einen Prozess vorliegen“, so die Zeitung.
Konkret geht es um die Geschehnisse in der Nacht des ING-Marathons am 20. Mai 2023. Ein Polizist habe im Beisein von zwei weiteren Polizisten einen betrunkenen Mann in einer Zelle mehrfach geschlagen, heißt es in dem Zeitungsbericht. „Ein später eintreffender Arzt soll in seinem Attest den Verdacht auf einen Nasenbeinbruch und Verletzungen im Rippenbereich vermerkt haben.“ Ein vierter Polizist – ein Vorgesetzter – soll später versucht haben, die Tat zu vertuschen. Laut LW-Informationen „soll dieser Mann einen jungen Polizisten unter Druck gesetzt haben, einen Einsatzbericht zu fälschen“. Der besagte junge Mann, der an dem Vorfall in der Zelle nicht beteiligt gewesen sein soll, habe den Fall später gemeldet.
Vier Polizisten wurden im Juli 2023 in Untersuchungshaft genommen und später wieder auf freien Fuß gesetzt (das Tageblatt berichtete), laut LW stehen sie jedoch unter Auflagen und sind vom Dienst suspendiert. Der Hauptbeschuldigte habe bereits versucht, vor dem Verwaltungsgericht gegen seine Suspendierung vorzugehen, weil er durch diese seine Unschuldsvermutung verletzt gesehen habe. Das Gericht habe abgelehnt, das Urteil sei aber noch nicht rechtskräftig. (mb)